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Black Snake Moan

Heut hab ich nicht mal Lust, ein Computerspiel zu spielen. Oder auch nur nen Film zu gucken. Nichts. Möcht aber auch nicht schlafen. Stattdessen also Musik hören und wirre Dinge schreiben.Wärs nicht so spät, würd ich mich vielleicht in irgendeine Kneipe setzen und die Geschichte schreiben, die ich im Kopf hab... aber nein, tendenziell nicht. So bin ich nur müde; zum Schlafen hab ich aber erst recht keine Lust. Die Woche gehts echt nicht. Wie gesagt: Ich müsste eigentlich dringend zu nem Therapeuten... aber kann mir gerade nichts vorstellen, wies mir besser gehen könnt. Vielleicht doch eine medikamentöse Annäherung an die Sache? Nicht als einzige Maßnahme, natürlich... aber um mich zumindest wieder halbwegs funktionsfähig zu kriegen. Ich sollte dieses Semester Bachelorarbeit schreiben - ich weiß nicht, wie ich das machen soll, und schaffs nicht mal, ein Thema samt Betreuung zu finden. Aber durch Rumheulen wirds kaum besser.
Die letzte Therapeutenerfahrung war allerdings durchaus entmutigend. Die erste Sitzung verbrachte der gute Mann mit dem Versuch, mir eine Therapie auszureden, die zweite mit Nicken und ab und zu wegdösen (so schien es zumindest, außer er denkt gewohnheitsmäßig mit dem Kopf auf der Brust nach....). Natürlich nicht repräsentativ, dennoch entmutigend, bedenkend, dass es ziemlich lang dauerte, bis ich mich soweit hatte, nach Therapeuten zu suchen, und nochmal ne ziemliche Weile, bis ich einen Termin kriegen konnte. Und nun wieder Lähmung, die sich immer weiter ausbreitet. Diese Woche ist ein neuer Tiefpunkt; zwar hab ichs in alle meine 3 Veranstaltungen geschafft, aber sonst nichts. Ah, doch... einmal gekocht und den Herd geputzt. Ansonsten? Sitzen. Lesen, ein bisschen. Unruhig sein.
Dass ich noch lesen kann, ist dabei interessant; also, dass ich dazu noch halbwegs Lust hab (zumindest, wenn ichs mal angefangen hab; zum Anfangen selbst muss ich mich zunächst zwingen) und mich auch darauf konzentrieren kann. Ich denke aber, das liegt rein an der Zeit (ich lese, seit ich 4 bin) und der schieren Quantität. Inzwischen gehört es einfach zu mir. Was mir Angst macht: Meine Liebe zu Geschichten verringert sich. Die eine Sache, die ich wirklich noch liebe, die mich mit leben erfüllt - Erzähltes - scheint vor sich hin zu welken, und wenn P. mal weg ist, weiß ich nicht, was mich sonst noch halten soll. Beim Training war ich seit August 2mal. Werd versuchen, morgen hinzugehen. Aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich kann noch nichtmal sagen, dass ich verzweifelt wär - da ist nur Unruhe, und dumpfe Schwere in meinem Kopf.
Die Angst sticht da durch, aber ich würde es trotzdem vorziehen, darauf zu verzichten. Unruhe und Angst sind nie allzu weit weg, und eine ständige, flüsternde Erinnerung mahnt mich, auf meine geistige Gesundheit achtzugeben - der Angst nicht zu sehr nachzugeben, eine Balance zu halten zwischen konstanter Konfrontation und völliger Vermeidung. Beide verschlimmern meinen Zustand erfahrungsgemäß, und irgendwo in der Mitte liegt eine Zone, in der sich meine Ängste langsam zurückziehen - grade hab ich das Gefühl, aus ihr rausgeraten zu sein und sie wiederfinden zu müssen. Ich denke, "Paranormal Activity" war etwas zu sehr auf der Konfrontationsseite... aber die Rückkehr in den Normalzustand ist in Arbeit. Nervös bin ich trotzdem, und wenn man Worst-Case-Szenarien entwirft, was Passanten auf der Straße einem antun könnten, ist das definitiv kein gutes Zeichen.
Trotzdem geht es zumindest auf dieser Front vorwärts, scheint mir. Einerseits dank P. und ihrer Mischung aus Ermutigung, Verständnis und Horrorfilmgucken; andererseits aufgrund meiner Arbeit an meinem Denken. Entgegen meiner früheren Erwartung lag die Hilfe nicht in zunehmender Beschäftigung mit Esoterik (und ein Teil von mir fragt sich, obs das nicht noch wesentlich schlimmer gemacht hätte), sondern der Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Arbeit und Denken. Zugegeben: Noch hab ich einiges an meinem Weltbild zu basteln, aber ich denke, das ist ein gutes Zeichen. Und dass ich meine spärliche Umgebung monatelang mit dem nervte, was sich mir da erschloss, war wohl auch nicht grade toll, aber ich denke, das gehört irgendwo zu Umstellung der eigenen Vorstellungswelt - entdeckt man etwas Neues, Spanenndes, möchte man es anderen mitteilen; und ist es etwas, das das eigene Weltbild auf den Kopf stellt, gerät man da leicht in die Überanwendung und ins Predigen. Ich denke, mittlerweile hab ich das im Griff; gelegentliche Ausrutscher werden seltener.
Letztenendes habe ich diese Umstellung wohl einem Verschwörungstheoretiker in meinem Bekanntenkreis zu verdanken: Während er sich an Alex Jones wandte, um der Welt Sinn zu entlocken, und mit der Zeit die UN als das Böse schlechthin, den anthropogenen Klimawandel als Lüge und die Anschläge des 11. Septembers als False Flag Operation "erkannte", landete ich in der Beschäftigung mit seinen Argumenten bei den Skeptikern, Forschern und dem Versuch des rationalen Denkens. infowars, prisonplanet und naturalnews wurden seine täglichen Anlaufstellen; die James Randi Educational Foundation, lesswrong und rationalwiki die meinen. Ich finds schade, dass er sich so verlaufen hat - denn er wirkt zwar überzeugt, aber beileibe nicht glücklich -, bin aber froh, dass er mir half, den Weg zu finden. Vorher war ich im Prinzip dabei, in den Solipsismus abzudriften, und hatte weder von Kognitionsforschung noch Erkenntnislehre auch nur gehört. Das Gefühl, eine Liste von "gängigen Denkfehlern" zu sehen, und festzustellen, dass jeder einzelne davon nachvollziehbar ist, und man jeden einzelnen quasi ständig macht bzw. ständig darauf basierende Argumentation als korrekt annimmt, ist schwer zu beschreiben. Aber als ich das erste Mal an den Rändern mitbekam, dass es Menschen gibt, die sich damit beschäftigen, wie Menschen Entscheidungen treffen und Logik auf Denk- und Verhaltensmuster anwenden, öffnete sich eine neue Welt für mich - die Möglichkeit, mein eigenes Handeln und Denken strukturiert zu betrachten, zu überprüfen und auf Sinnhaftigkeit abzuklopfen. Das klingt nicht nach viel, natürlich - aber sich selbst aus einer Panikattacke rausholen zu können, sich in einem Streit klarzumachen, dass man gerade ein fieses, unzutreffendes Argument nutzt oder aus emotionalen Gründen auf der falschen Seite steht, oder auch nur das Wissen präsent zu haben, dass sich Wirklichkeit und eigene Wahrnehmung unterscheiden, sind für jemanden, der angstvoll, emotional unerwachsen und gerne zu starr in seinen Ansichten ist, eine ganze Menge wert.
So, nun aber erstmal Schluss mit Bla - ich stelle aber immerhin fest: Jetzt gehts mir besser. Ich glaube, ich gehe zur Tankstelle, gefährde mein Gewicht noch etwas mehr, und mach irgendwas Nettes. Irgendwas find ich schon.
23.11.12 03:19


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All we want to do is eat your brains.

Nervöser Abend heute. Ich habe immer wieder das Bedürfnis, hinter mich zu gucken, das Gefühl, da wäre was. In der Zimmerecke? Reichlich unwahrscheinlich.  Dazu ein Gefühl, als hätte ich getrunken, obwohl das stärkste Getränk, das ich heute zu mir genommen hab, ein Möchtegernespressomischgetränk ist (das sollte ich vielleicht noch korrigieren - der gute Kaffee aus Honduras sollte wirklich mal nähere Bekanntschaft mit meiner Mokkakanne schließen, finde ich). Vielleicht die Übermüdung? Aber so wenig hab ich nicht geschlafen, eigentlich. Naja. Immerhin versichert mir Jonathan Coulton, dass niemand meine Augen essen will. Beruhigend.

So, wo bin ich nach einem Jahr? Ab von "müde, wie immer".

Immer noch im Studium hängend. Immer noch depressiv und nach einem recht demotivierenden Versuch, einen Therapeuten zu finden (ich hab noch nie vorher davon gehört, dass ein Thera während einer Sitzung einnickt....) etwas in den Seilen hängend. Neuer Versuch? Hoffentlich bald, aber die Antwort geb ich mir selbst seit nem halben Jahr. Grmpf. Außerdem: Immer noch Angstprobleme, auch wenn sie im Ganzen besser werden. Gelegentliche Rückschläge - zur Zeit gehe ich fast immer morgens ins Bett, um nicht im Dunkeln im Bett liegen zu müssen, und habe gerne mal Nervositätsattacken wie z.B. heute - aber im Ganzen ein Trend zum Positiven. Work in Progress. Soziales, das zu viel Zeit frisst, und mir wichtiger ist, als mir lieb ist. Musste mir vor ein paar Wochen eingestehen, dass die Menschen, mit denen ich wochentags meine Freizeit verbringe, tatsächlich wichtig für mich geworden sind. Meine Fresse, das beängstigt mich... und ich komm wirklich nicht gut damit zurecht. Schon allein, weil jetzt soziale Mechanismen übernehmen wollen, von denen ich weiß, dass sie irgendwo zwischen sehr mies und gar nicht funktionieren. Ärks. Aber gut, dafür Freunde, wenn ichs schaff, damit zurechtzukommen. Denke ich zumindest. Keine Ahnung, wie wichtig ich für die Leute bin. Gah! Was ist aus meiner guten alten Strategie von "Welt und Menschen können mich mal!" geworden? Hätte überhaupt nichts dagegen,dem Problem meiner sozialen Defizite weiterhin großzügig aus dem Weg zu gehen... aber irgendwann müssen selbst depressive PC-Süchtige erwachsen werden, und das ist nicht weglaufkompatibel.

Und sonst? Die Stadt ist grau und scheint grauer zu werden, auch wenn ich ab und zu einen Hauch der seltsamen Schattenstadt erhasche, die hier und da zwischen den Lücken durchblinzelt. Neulich nachts aufm Heimweg kam sogar eine Idee für eine Geschichte dabei rum; bin gespannt, ob ich sie schreiben kann.

Und sonst? Atheismus. Nichtdogmatischer Materialismus (was lustig ist... vor Ewigkeiten dachte ich mal, Materialisten seien Idioten. Nun sehe ich keinen Grund mehr, keiner zu sein). Arbeitsunfähigkeit. Wie zur Hölle soll mir ein Therapeut helfen, wenn ich nicht einmal weiß, was nicht stimmt mit mir? Also, ab von... allem. Ich wünschte, es wär nicht solche Unordnung in meinem Kopf. Sexuelle Frustration. To do: Mehr Sport! Zu wenig Schlaf. Viele Besprechungen, die alle nach dem Muster "also mit Ihren Qualifikationen seh ich da wenig Möglichkeiten..." ablaufen. Ich hoffe, eins der 3 noch ausstehenden Treffen läuft endlich besser. Der Versuch, weniger herablassend, weniger dogmatisch und weniger... überzeugt zu sein. Und ich glaube, was ich bräuchte, wär endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis.

So. Kopf up to date, mehr in Bälde.

Gutnacht.

22.11.12 02:46


boulevard of broken dreams

Hör ich zumindest grad. ist  mir sehr nach. Schräg. Bin betrunkener als ich dachte. Der Fruchtkram half, die Bowle verstärkte, der Gin Tonic besiegelte es. Mal so zur Vermutung. Dementsprechend auch die Kälte in meinen Gliedern. Seltsam: Weiter Rücksicht auf Rechtschreibung, trotz vieler Vertipper, zumindest wenn wir von den Regeln der Groß-/Kleinschreibung absehen - Gewohnheit aus Chats und SMS, selbige zu ignorieren.

Experiment vorhin: Lied angemacht, volle Lautstärke (Kopfhörer), ins Bett, Bettdecke übern Kopf, nur noch Musik. Sehr schön. Guter neuer Test zum Thema Lebenswillen: Die Vorstellung, dass mich jemand ersticht, löste währenddessen immer noch Angst aus (und beschwor wieder den üblichen Zustand herauf) - ist das einmal nicht mehr so, wirds wohl Zeit zu gehen. Überhaupt seltsam (und, wenn ich mir mal die Zeit nehme, drauf zu achten, sehr anstrengend), dass ich nicht die Augen schließen kann, ohne nervös zu werden. Gedanken darüber, dass einen jemand im eigenen Bett ersticht, sind für andere Menschen (zu Recht) bizarr - für mich ist es Normalität, unruhig zu werden, sobald ich die Augen schließe. Ist stärker geworden, während meine Spiegelangst endlich wieder schwächer geworden ist - Konfrontationstherapie unter Alkoholeinfluss war hilfreich, abnehmende Besorgnis um die eigene Sicht hilft. Wah. Stoff für 4 Einträge in meinem Kopf, aber wann sitz ich schon besoffen vorm Rechner. Nüchtern kann ich schon lange nicht mehr schreiben - zu sehr in mir, die Sperren zum Thema Vertrauen sind zu sehr wieder intakt. Frage mich, woran das liegt.

Was haben wir also?

- Angst vor Spiegeln

- Vertrauensprobleme

- die Depression

- Anverwandtes und Verknüpftes

Der Reihe nach also, zumindest soweit das geht. Da ich mich dank Rollenspiel und Buchkorrekturen nun mehr mit Erzähltechnik und -struktur befasse (Geschichten - eigentlich das Einzige, das mich konsistent und konstant interessiert), weisen Teile von mir natürlich darauf hin, dass das schlechter Stil ist - Texte zu überfrachten überfordert den Leser, macht es für den Leser schwer, den roten Faden zu erkennen und für den Autor schwer, ihn zu behalten, und schreckt dank Textvolumen potentielle Leser ab. Allerdings: Schreibe ichs nicht jetzt, schreibe ichs nie. Und schließlich schreibe ich den ganzen Mist ja für mich. Warum betone ich das immer wieder? Vermutung: Gegenblock zu meinen starken selbstdarstellerischen Tendenzen, Teil meiner Standardkontrollstrategien, um mein Ego im Zaum zu halten. Ganz davon ab, dass ich natürlich immer schreibe, als sollte dies jemand lesen, das aber nur bedingt vor mir zugeben kann - Bewahrung des Selbstbildes und so. Aber naja. Womit wollte ich anfangen?

Richtig - der Angst vor Spiegeln. Wann kam die? Vor 2 Jahren? ich weiß es nicht mehr. Steht hierzu nicht schon was hier drin... ? ich glaube... *nachguck*

...

Ah, hier. Naja. So im Groben. Viel intellektualistisches (ist das ein Wort?) Geschreibsel, und vielleicht der Anfang des Ganzen. Nüchterner ausgedrückt hatte ich etwa eine Woche lang keine funktionierende Glühbirne in meinem Zimmer und war daher nachts auf Kerzen, Teelichter und den Monitor angewiesen. Nach Ende dieser Woche war ich kurz vorm Abdrehen, dachte gelegentlich, wispernde Stimmen zu hören und hatte starke Angst vor Spiegeln. Warum diese Angst vor der Dunkelheit? Und natürlich: Warum die Angst vor Spiegeln? Jeder Blick in den Spiegel ließ mich fürchten, etwas anderes zu sehen, als der Spiegel zeigen sollte... ein von mir abweichendes Verhalten des Spiegelbilds, Dinge (Wesen?), die im Spiegel, jedoch nicht im Hier vorhanden waren (oder auch umgekehrt).... man kann es sich ausmalen. Lange mied ich den Spiegel im Badezimmer, so gut es irgend ging (nicht leicht, wenn er überm Waschbecken hing), und die Rasur war eine erhebliche Willensanstrengung. In den letzten Monaten ist es nun endlich besser geworden, nachdem ich mich - natürlich alkoholisiert - vor den Spiegel stellte und mir lang in die Augen sah. Neue Hypothese: Mein Hauptproblem mit Spiegeln (vor denen ich vor der oben geschilderten Episode anbei gar keine Angst hatte) ist mein mangelndes Gefühl für den eigenen Körper. Der selbe Effekt, der dafür sorgt, dass ich manchmal meine Hände ansehe und einen Moment brauche, bis ich weiß, dass es meine sind, oder dass meine Beine nun von kleinen blutigen Stellen übersät sind, die man für Ausschlag hält, wenn man nicht zu genau hinsieht (sehr vorteilhaft) - die Verbindung zu meinem Körper ist.... vage, indirekt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Alkoholkonsum sie schwächt oder stärkt. Sooderso: Auf irgendeiner Ebene scheine ich mir nicht darüber im Klaren zu sein, dass das im Spiegel ich bin - und von anderen unverwandt angestarrt zu werden ist nunmal entnervend. Nicht der einzige Erklärungsfaktor, aber ein guter Teil des Gesamtbilds. Denke ich zumindest - die Möglichkeit, dass das alles Unsinn ist, steht natürlich wie immer mit im Raum und guckt verlegen. Was aber sonst noch? Woher diese große Angst vor dem Mystischen? "Aus meinen Kontrollzwängen resultierend" wäre die einfache Antwort - wenn diese Angst nicht älter wäre als mein Verständnis von Selbstkontrolle. Aber nunja. Etwas, dem ich allein nicht auf die Schliche komme, bei dem mir aber unter Umständen ein fähiger Therapeut helfen kann - die Suche soll demnächst beginnen. Was uns zum Punkt Depression führt - der Goldberg-Test gibt mir 65 Punkte, ich bin nicht mehr lern- und arbeitsfähig und fahre meine sozialen Beziehungen grad mit Vollgas vor die Wand. Gut, so weit, so klar - es musste ja irgendwann wiederkommen, und meine Vogel-Strauß-Politik half da nicht. Was mich eher irritiert: Warum jetzt? Bis zum Einsetzen der depressiven Phase etwa um Weihnachten hatte ich kaum Klagen. Gut, Gemecker an mir selbst und von mir verursachte Probleme - aber wer hat das nicht? Nun steh ich wesentlich beschissener da, primär als Folge meiner Inaktivität; soweit logisch. Aber warum der ursprüngliche Beginn? Ich bin ratlos. Und massiv angenervt. Wenn ichs nicht bald auf die Reihe kriege, die Arbeit zu machen, für die man mich bezahlt, komm ich in erhebliche Schwierigkeiten. Naja - auch hier: Thera. Wenn auch erst im September wegen des Krankenkassenwechsels.

Was bleibt? Vertrauensprobleme. Nicht die Augen schließen können. Niemanden an mich ranlassen. Niemandem davon erzählen, wies mir geht, was ich denke, was ich fühle. Ich könnt nicht einmal erklären, warum - das Gefühl, dass es nichts bringt und die Informationen gegen mich verwendet werden können, mal ausgenommen - aber es geht nicht mehr wirklich. Bin mir nicht sicher, wie ich dazu stehe. Naja, dazu gibt es ja den Blog. Verdammt einsam bin ich trotzdem. Und grad fühl ich mich so kaputt, dass ich nciht weiß, wie ich mich wieder reparieren soll. Zu viele Fronten, an denen alles schief läuft, oder an denen ich nicht weiß, wie ich den Kampf aufnehmen soll. naja, eins nach dem anderen: Erstmal wieder arbeiten können und wieder ins Studium zurückkommen.

Ein letztes Lied von Tom Waits, dann ins Bett. Ich bin so müde, und gleichzeitig möcht ich nie mehr schlafen.

Bis irgendwann, allerseits - vermutlich bis zu meinem nächsten Angetrunken-vorm-Rechner-Sitzing.

25.6.11 04:02


Grargh

Feststellung: Ja, gestriger Eintrag war Mist. Ich muss aufhören, unter Alkoholeinfluss oder starkem Schlafentzug zu schreiben. ;-)
Ansonsten: Gehts mir beschissen wie lange nicht, was das Lernen inhibiert - störend, gelinde gesagt -, und der dauernde Hunger ist überraschend aufreibend. Naja, nach meiner Rechnung sollte ich in 2 Monaten wieder genug Moneten haben, um normal zu essen. Hoffenwers mal. Warghs.
21.3.10 17:12


Rückschau

Tjo, da sitz ich nun, um halb 7 Uhr morgens, fange gerade meine zweite Kanne Kaffee an - indisch: Mild, aber würzig, und schwarz wie die Sünde - und lese meine alten Blogeinträge. Ich sollte lernen; die Folien mit dem Postschen Korrespondenzproblem starren mich vorwurfsvoll an. Da ist ein sich-in-Review-flüchten zwar unklug, aber praktisch. ;-)
Ich stelle fest: Bei manchem kann ich es beinah so stehen lassen. Beim Großteil allerdings denk ich mir im Nachhinein "Was hast du dir dabei nur gedacht, du Eumel?" und stelle fest, dass ich wild zwischen weinerlichem 16-jährigem und pseudointellektuellem 18-jährigen schwanke. Nicht wirklich gut; aber man kann ja dran arbeiten. ;-) Immerhin scheints laut Zugriffsstatistik tatsächlich ab und zu Leute zu geben, die sich hierher verirren - und obwohl ich mehr oder weniger ausschließlich für mich schreibe, erfüllt mich dieser Umstand mit einer gewissen Befriedigung - eigenartig, wiederum, aber wohl menschlich, grade bei einem Narziss-nahen Menschen wie mir.
Seltsam, dass ich das noch nicht abgelegt habe, bzw. es sich wieder verstärkt hat - wenn ich durch die Stadt gehe, ernte ich Blicke zwischen befremdet und belustigt, erwarte aber aus irgendeinem Grund, auf jedes Mädchen, das ich treffe, anziehend zu wirken. Verstandesmäßig weiß ich, dass das Quatsch ist - zwar würde ich mich nicht als unattraktiv beschreiben, aber die... Begleitumstände meiner äusseren Erscheinung reichen, um die meisten klar denkenden Menschen Abstand von mir suchen zu lassen, günstigstenfalls. Von lauten Vorschlägen, den Park von Gesockse wie mir mal mit der Maschinenpistole zu reinigen, reden wir besser nicht. ;-)
Aber trotzdem ist da diese Grundhaltung, dieses "Ich bin attraktiv" - etwas, das ich eigentlich sorgfältig in seine Schranken gewiesen habe, das aber in dem Maße wieder zugenommen zu haben scheint, in dem der Spott meiner Umgebung abnahm. Er ist noch präsent, durchaus, aber längst nicht mehr in dem Maße wie früher, und greift mich längst nicht mehr so sehr an. Es will scheinen, als hätte das in gewisser Weise als Ego-Dämpfer gewirkt - eine Funktion, die ich nun wieder verstärkt selbst übernehmen muss. Zwar anstrengender, aber mir definitiv lieber... trotzdem, ich muss zusehen, ab jetzt verstärkt darauf zu achten, wie meine Selbstwahrnehmung sich in Abhängigkeit von anderen verändert. Schon allein, um diesen Veränderungen, wenn möglich, einen Riegel vorzuschieben - mir kommt das auch zunehmend beim Training in die Quere, da ich Bewegungen nicht ungehemmt ausführen kann, wenn ich mich dabei beobachtet fühle. Natürlich bei meiner geringen Trainingsfrequenz und -intensität Makulatur, aber dennoch ein Punkt, der mich stört => konsequenteres Abkoppeln der Eigen- von der Fremdwahrnehmung ist gefragt... in gewisser Weise ein Umkehren des Teils der Sozialisation, der ein Beobachtendes Ich , das die gültigen Normen repräsentiert, darstellt. Natürlich nicht ungefährlich; immerhin ist dieser "Normdruck" das, was zunächst dafür sorgt, dass man Regeln und Standards der Gesellschaft einhält; hat man besagte Normen jedoch ausreichend verinnerlicht (und vor allem verstanden), scheint es sinnvoll und logisch, Normen und ihre Anwendung von Fall zu Fall zu bewerten, anstatt sich an Erwartungen anzupassen.
Was so weit ja auch klar ist: Je intelligenter und reflektierter jemand ist, desto eher ist er in der Lage, zu bestimmen, was sinnvolles und gemeinverträgliches Handeln definiert, ohne diesbezüglich vorgegebene Richtlinien. Andererseits gibt es auch hochintelligente Kriminelle und Mörder. Lassen wir dabei die Soziopathen beiseite, ergibt sich folgende Arbeitshypothese: Zwar kann ein reflektiertes Individuum weitgehend selbstständig entscheiden, welches Handeln aus sozialer Sicht sinnvoll ist (und wird dabei vermutlich sinnvollere Entscheidungen treffen als jemand, der ausschließlich einem festgelegten Regelsatz folgt), aber dennoch ist es zuerst notwendig, besagtem Individuum ein Wertesystem mitzugeben, das den- oder diejenigen überhaupt dazu bewegt, auf das Gemeinwohl Rücksicht zu nehmen. Denn zwar ist gemeinverträgliches Handeln durchaus rational begründbar, aber ebenso ist klar, dass die eigenen Handlungen nur sehr bedingt Einfluss auf das Ganze haben - und dass die Mehrheit der Normen folgt.
Wenn wir also annehmen, dass obige Aussagen zutreffen, ist sowohl Sozialisation - das Einprägen eines starken Wertesystems - als auch individuelle Reflektion und Aufklärung, das Nachdenken über Regeln (und wohl auch ihr gelegentliches Übertreten) wichtig bis essentiell für eine gut funktionierende Gesellschaft. Dumm nur, dass es schon beim ersten Punkt hierzulande zunehmend hapert, der zweite aber vollends fürn Arsch ist. So eifrig, wie wir uns Mühe geben, die Verantwortung des Einzelnen zu minimieren (hallo MMA-Verbot und Klage-weil-der-Kaffee-heiß-war), könnte man fast schon meinen, dahinter stünde System. Ich denke, auch hier gilt: Man wächst an seinen Aufgaben. Verlangt man nichts von Menschen, leisten sie auch nichts, lernen sie auch nicht, etwas zu leisten. Was völlig menschlich und nicht negativ ist. Und eigentlich auch völlig offensichtlich. Trotzdem scheint sich diese Erkenntnis nicht durchgesetzt zu haben... statt zu helfen, Hürden zu überwinden, scheint es Usus, den Hürden einfach die Beine zu stutzen - zumindest, solange das billiger ist. Warum auch das marode Schulsystem mal ordentlich überarbeiten, wenn man einfach die Leute, die in der Grundschule Schwierigkeiten hatten, in die Hauptschule abschieben kann, wo dank katastrophaler Betreuung und kleinstem gemeinsamen Nenner sichergestellt ist, dass sie nicht die Chance haben, sich Herausforderungen zu stellen und sie zu meistern. Und sich dann über den Mangel an Fachkräften wundern. Clever. Umgekehrt scheint man sofort nach Eigenverantwortung zu rufen, sobald es darum geht, Schwierigkeiten zu überwinden, an denen man nicht wächst, sondern kaputtgeht - und für die es kosten würde, die Hürden zu senken. Man mag nun natürlich fragen, was genau es mit Eigenverantwortung zu tun hat, wenn man sich als Hartz4-Empfänger aussuchen darf, ob man diesen Monat neue Zähne kriegt und dafür nix zu beissen dazwischen, oder Essen kaufen kann, das man dann nicht kauen kann... jetzt mal überspitzt formuliert.
Aber gut. Bevor ich mich jetzt endgültig im Bild-Zeitung-in-links-Niveau verliere, zurück zum Thema. Mit Eigenverantwortung ist also nicht wirklich viel. Man mag den Sozialstaat dafür verantwortlich machen - ich persönlich halte das für Unsinn; ich denke, dass man zwangsläufig einen Teil Verantwortung für sich selbst abtritt, sobald irgendeine Art von organisierter Struktur auf den Plan tritt. Schließlich bedeutet Organisation immer einen Satz Spielregeln, denen man sich als einzelner zu unterwerfen hat.
Dabei möchte ich behaupten: Je größer die Gemeinschaft wird, die dadurch abgedeckt wird, desto umfangreicher müssen diese Regeln sein, und desto umfangreicher insbesondere die Institutionen, die die Einhaltung besagter Regeln überprüfen.
Selbstverständlich existieren die Regeln auch auf kleinem Niveau, in einer Dorf- oder Stammesgemeinschaft. Hier jedoch sind sie zumeist ungeschrieben - es gibt Dinge, die man tut, und Dinge, die man nicht tut, sowie - abhängig von der Gemeinschaft, ihrer internen Zusammensetzung und ihres Führungssystems - einen mehr oder minder großen Interpretationsspielraum dieser Regeln. Mithin macht das Ungeschriebensein dieser Regeln es leichter, sie zu beugen; da ihre Einhaltung primär über soziale Kontrolle funktioniert, etabliert sich eine selbstregulierende Dynamik der Regelentstehung und -veränderung. Natürlich ist das längst nicht immer gut, gottbewahre... als jemand, der in einem kleinen bayrischen Dorf aufgewachsen ist, weiß ich ziemlich gut, wohin ungeschriebene Regeln, soziale Kontrolle und eine Bande Arschlöcher führen können. Der Punkt dabei ist: Es funktioniert. Es ist mit Sicherheit nicht immer schön, um genau zu sein sicher um ein Vielfaches homogener als die vielfältigen Strukturen unserer Gesellschaft (die somit weeesentlich toleranter gegenüber Aussenseitern ist), aber es funktioniert. Während mir im Gegenzug langsam scheinen will, dass unser Großgesellschaftsexperiment nicht wirklich funktioniert... dass Überreglementierung und Zersplitterung langsam Richtung neuem Crash führen.
Allerdings hoffe ich ziemlich massiv, dass ich unrecht habe, denn ja - ein Netz aus kleinen Gemeinschaften funktioniert, denke ich. Aber sowas wie mich gäbe es darin bestimmt nicht.

So. Das war ein ziemlich wirrer Haufen Gebrabbel, und ich bin ziemlich gespannt, was ich nach ein paar Stunden Schlaf hier von mir lesen werde.. wahrscheinlich wirds wieder einer der an-den-Kopf-fass-Einträge.. aber gucken wir mal. Sooderso ist das Thema interessant: Eigenverantwortung vs. Notwendigkeit von Reglementierung, große, diverse, aber instabile Struktur vs. kleine, aber homogene und womöglich oppressive Struktur. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass man sich darin vom normativen Denken lösen muss - dass es kein richtig und kein falsch gibt, nicht einmal ein zuverlässiges stabil - instabil (wie ich lange dachte); und dass man allen, die was von "Ich hab die Lösung" faseln, gründlich misstrauen sollte.
So, und nun: Kaffee, Korrespondenzproblem, und dann Koje (ha!doch noch ein "Bett"-Synonym gefunden, das mit "K" anfängt), und die Hoffnung, dass ich nicht zu großen Unsinn geschrieben hab. Na, ich werds morgen sehen.
Eventuellen Lesern einen guten Tag!
21.3.10 07:52


Old Tom Again, und seltsame Assoziationsketten

"The old man smiled. 'Of course I remember. Daily. And each time my heart breaks again. Tell you what, though - it was worth it. Every minute of sadness, every sting of pain, every tear, and every moment of asking myself what I'm going on for. It was worth it, believe me.' I nodded, finding nothing to reply, and turned to the waitress to pay for the coffee. Would I feel the same?"

Tom begleitet mich wieder einmal in den Morgen, auch wenn ich gleich zu Bett gehen werde. Sie fehlt mir arg, und ich hab den ganzen Tag nichts Sinnvolles geleistet; ich bin - rein emotional - ziemlich aufgeschmissen ohne sie. Etwas, das mir nicht gefällt, wie man vermutlich verstehen wird, aber gegen das ich mich auch nur sehr bedingt wehren kann. Sie ist sowas wie der eine Fixpunkt - fester als das Studium, fester als diese Stadt sowieso. So eine Art Heimat, sozusagen. Denke ich. Schließlich muss Heimat kein Ort sein, und rückblickend denke ich, dass es für mich auch nie ein Ort war. Dazu war der Abschied von "zuhause" zu leicht, auch der Abschied von meiner schwäbischen Zwischenstation - und ich werde der Karlsstadt keine Träne nachweinen, wenn ich hier wegbin; höchstens dem einen Freund, den ich hier hab, und dem Training. Zwar brauche ich es, einen Bereich zu haben, der allein mir unterliegt, und in dem ich mich unbeobachtet fühle, aber solang er warm und trocken ist, ist dieser Bereich ziemlich austauschbar. Sie hingegen ist es nicht, und ich richte meine Entscheidungen an ihr aus, soweit es geht. Unklug, eigentlich; aber letztenendes ist jede Bindung ein Wagnis. In der Regel ein weniger absehbares, als eine Frau zu lieben, die sich umbringen will, aber trotzdem bedeutet sich an einen Menschen zu binden sich verwundbar zu machen. Wie weit will man sich also öffnen und riskieren, verletzt zu werden, wie weit für sich bleiben und Mauern errichten, die einen vom anderen fernhalten? Man kann verdammt weit von Menschen weg... aber wie nah kann man ran? Und wie nah sollte man? Eine Zweierblase bilden, die die ganze Welt ausschließt? Nah ist das, ja.. aber ist es das Risiko wert, und ist es all die Schmerzen und Schwierigkeiten wert, die man dafür auf sich nimmt? Die Einsamkeit, das Unverständnis der anderen, und vor allem: Die Abhängigkeit vom anderen. Vielleicht macht letztere am meisten kaputt - etwas in den Menschen scheint darauf gepolt zu sein, die zu verachten, die sie auf einen Sockel stellen. Nicht dass man so nah ran kommen könnte - ganz innen ist man sowohl im Schmerz als auch in der Freude allein, egal wie nah man sich zu sein versucht.
Und trotzdem schreit etwas in fast allen Menschen nach Nähe; nach Dazugehören, nach Verstandenwerden. Dabei will es mir so scheinen, dass "normale" Menschen sich eher in Gruppen einbinden und besser ohne Partner klarkommen, bzw. eine Beziehung weniger eng gestalten (was nicht negativ gemeint ist), während Leute wie ich - die Seltsamen, diejenigen, die die Regeln nie so ganz verstehen, kurz, die Leute, die nie wirklich zu einer Gruppe gehören - eher einen Partner suchen, an den sie sich dann auch enger binden. Das mag natürlich eine Wanderung auf dem Holzweg sein (vielleicht ist schon die Beobachtung murks, weil ja schließlich subjektiv und nicht empirisch), aber vielleicht entspringt beides - der Anschluss an eine Gruppe, und das Suchen nach einem nahen Menschen - ähnlichen Grundbedürfnissen (mal von der Sexualität abgesehen): Dem Suchen nach Verstandenwerden, nach Nichtalleinsein, dem Suchen nach emotionaler, nach sozialer Heimat.
An dieser Stelle wird auch wieder die Frage des Zusammenhangs zwischen Intelligenz und sozialer Bindung interessant: Einerseits ist es durchaus vorstellbar, dass ein geringer Grad an Selbstreflektion und -beobachtung es einfacher macht, sich mit einer Gruppe zu identifizieren, sich deren Sozialisation zu unterwerfen - man lässt die sozialen Instinkte machen und denkt nicht groß darüber nach, weil es sich gut anfühlt dazuzugehören.
Andererseits aber erklärt das nicht, wieso die Grundzüge dafür schon in der Kindheit vorhanden sind, wo Reflektion noch nicht drin ist... und natürlich ist die ganze Theorie unerträglich arrogant.
Plausibler scheint die andere Richtung: Jemand, der keinen Anschluss findet, verbringt viel Zeit damit, sich zu beobachten und über sich nachzudenken, um herauszufinden, was an ihm denn so falsch ist, lernt und übt so die Selbstbetrachtung, und schnappt über den Versuch, soziale Strukturen und Regeln kognitiv zu erfassen, gleich noch Beobachtungsgabe, strukturiertes Denken und das Suchen nach Mustern auf. Mit anderen Worten hieße das: Abgelehnt werden macht schlau. Prinzipiell nicht unwahrscheinlich, andererseits klingt es auch wie der ultimative Versuch, Ablehnung durch Selbstüberhöhung zu überwinden. Und ich denke, ich würde es auch nicht so formulieren. Eher: Soziale Ablehnung gibt einem Menschen andere Fähigkeiten auf den Weg als Soziale Akzeptanz. Einerseits Übung darin, sich selbst über die Schulter zu gucken und die Kommentare des kleinen Zynikers im Hinterkopf zu hören; andererseits Narzissmus und Egozentrik. Einerseits Übung im rationalen Zerlegen von Problemen und dem Erkennen von Gesetzmäßigkeiten, andererseits mangelnde Instinkte für die selbigen und höherer Anpassungszeit an ungewohnte Situationen; und nicht zuletzt natürlich eine um einiges verminderte psychische Stabilität: Selbstzweifel, mangelnde Identifikation mit Umgebung und Gesellschaft sowie die Neigung, Dinge rational zu hinterfragen - und wer glaubt, das sei kein Problem: Es macht überraschend wenig Spaß, an fast nichts zu glauben, auch wenn ich es der Alternative vorziehe (anbei: Glaube - auch so eine emotionale und uU sogar soziale Heimat).
Natürlich ist - selbst wenn meine Überlegungen nicht a priori murks sind - nichts davon eine zwingende Abhängigkeit, sondern höchstens eine Korrelation, und ich werde mich hüten, eins der beiden oben genannten Extreme als besser zu bezeichnen. Trotzdem - es ist wert, nochmal darüber nachzudenken und weiter daran rumzubasteln. Was ich (wie vermutlich jeder Aussenseiter) jetzt schon verdammt lange tue, und wohl auch noch lange tun werde... aber inzwischen nur noch aus Interesse, nicht, weil ich damit, wie es ist, noch unzufrieden bin. Denn für mich ists das alles definitiv wert - das Verspottetwerden, das Gemobtwerden, das Nichtverstehen, die Selbstzweifel, die Instabilität, und sogar der leidige Narzissmus und das von-einem-Menschen-abhängen. Ich mag es, beobachten zu können; und das kann man nunmal am besten von draussen. Klar, wäre ich ein Dazugehöriger, wäre mir das lieber; aber das ist nicht wichtig, wichtig ist, dass ich zufrieden bin mit dem, was ich bin (so sehr ich noch der Verbesserung bedarf).
So, und damit verabschiede ich mich und wünsche allseits einen guten Tag. Und hoffe, der geneigte Leser erklärt mich jetzt nicht für irre, sondern höchstens für narzisstisch und egozentrisch - und hierzu: Siehe oben. ;-)

Oh, und Räbin: Ich schick das Paket morgen los, du solltest es also am Wochenende haben.
Gib auf dich acht.
17.3.10 07:38


Hä?

Nungut. Zwar hab ich die Klausur verhauen, aber ich hab mich - probehalber - mit jemandem geprügelt, eine in die Fresse gekriegt, festgestelllt, dass es nciht das Drama ist, das ich dachte (selbst ohne Adrenalin) und allgemein nen recht guten Tag gehabt. Bittebitte erklär mir jemand, warum mir trotzdem so sehr zum Heulen zumute ist. Höre ein seltsames Lacuna Coil Lied und weiß nicht weiter. Warum? Ein normaler Mensch braucht einen Grund zum Unglücklichsein. Warum brauche ich einen Grund zum Glücklichsein, und warum habe ich ihn noch nicht, obwohl ich ein gutes Leben und ne tolle Freundin hab. Mag zwar durchaus auch das Bier sein, aber Alk macht mich (bis zu einer gewissen Grenze) ehrlicher und offener.. sollte ich nun nicht glücklich sein? Ich verstehs nciht und es kotzt mich an.

Ich hoffe, du bist in Ordnung, Räbin. In den nächsten Tagen sollte ein Packet für dich ankommen. Ich hoffe, dir ist nichts passiert.

ich versteh mich nicht. Schlaft gut, ihr alle.

27.2.10 06:56


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