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Grau ist meine Farbe

Hier war ich lang nicht mehr.... Das neue Design ist scheusslich. Aber zumindet hat man meine Einträge belassen; sehr erfreulich. Und es ist mal wieder Zeit, diesen Ort zu nutzen.
Zur Häfte wird dieser Eintrag für dich sein. Ich hab die letzten 4 Wochen jeden Tag versucht, eine Mail an dich zu schreiben. Jeden Tag aufs Neue hab ich das Fenster nach ein paar Zeilen geschlossen; sprachlos, nicht in der Lage, weiterzuschreiben. Nun also so.
Du wirst sehr wütend auf mich sein. Zum einen wegen des Schweigens, zum anderen, weil ich dich, was diesen Ort betrifft, belogen habe. Was das erste betrifft, vielleicht erklärt das Folgende ein bisschen was davon. Das Zweite... bitte versteh. Ich hab dir verschwiegen, dass es mein Ort ist, weil ich dir Gedanken zeigen wollte, die mir wichtig waren, aber nicht wagte, zu zeigen, dass es meine Gedanken waren. Ich weiß nicht, ob du das verstehst... aber ich hoff es sehr.
Deshalb also für dich. Warum für mich? Um etwas Ordnung in den Wust in meinem Kopf zu bringen, in den trüben Sumpf aus Gedanken, Gefühlen und der großen Müdigkeit zu bringen. Ich hatte Konzepte, was ich schreiben wollte, wie ich es schreiben und wie ich es anlegen wollte, was ich wie verknüpfen sollte. Sie sind - wie sie es meistens tun - bereits wieder versunken, und ebenfalls wie meistens schreibe ich nun einfach drauflos.

Eine andere Wahl habe ich auch schwerlich, denn ich hab wieder aufgehört zu denken. Nicht schön, gar nicht. Beängstigend. Aber vielleicht die Müdigkeit. Es ist das alte Problem: Ich finde keine Fragen mehr. Nicht, dass ich alles wüsste; beileibe nicht - auf die Fragen, die ich noch sehe, finde ich nicht einmal den Ansatz einer Antwort, auch keinen Weg, der zu ihr finden könnte.
Nein, ich weiß nicht alles. Aber ich sehe trotzdem keine Fragen mehr. Ich versuche, mich mit den fachlichen Fragen des Studiums zu befassen, aber für mich finde ich weder Fragen, die die Welt, noch welche, die mich interessieren. Alles Denken geht unter in dieser großen See aus Müdigkeit. Dabei interessiert mich das Studium sogar - mehr zumindest als mein erstes. Ich habs mit 2 Nachprüfungen und 2 mal 4,0 durchs erste Semester geschafft: Es muss mich interessieren, oder dem wär nicht so gewesen. Nicht, dass ich mich intensiv vorbereitet hätte, o nein. Auch dazu ist die Müdigkeit zu groß. Obwohl, ist es Müdigkeit? Eigentlich ist es eher die Gleichgültigkeit. Dieses Egalsein, das sich über alles gelegt hat.
Manchmal gibt es die Traurigkeit noch, manchmal - wenn auch seltener - die Sehnsucht, und sie zerreisst mich fast, wenn sie mich erwischt. Doch keine von beiden bleibt lange. Meine Träume... habe ich noch Träume? Nun, wenn ich noch welche habe, so schweigen sie, und Wünsche find ich auch nicht mehr. Elementare Wünsche, natürlich. Aber keine echte Änderung. Alles scheint wie vorgezeichnet, und ich bin so leer, dass es mir kaum etwas ausmacht. Mit der Traurigkeit, mit der Sehnsucht kann ich umgehen. Sie sind alte Freunde wie alte Feinde.
Aber das Egalsein bringt mich um.
Ein Mensch muss doch Ziele haben? Muss doch etwas wollen, nach etwas streben, sich zumindest etwas wünschen. Du brauchst keinen Sinn im Leben, hast du oft gesagt. Aber braucht man nicht etwas, auf das man hinarbeitet?
Gut, ich arbeite auf meinen Abschluss hin, um dann Arbeit zu haben, um dadurch am Leben zu bleiben, wenn möglich mit einem gewissen Komfort. Aber Existenz als Selbstzweck scheint so leer. Der Weg liegt klar vor mir, habe ich geschrieben (habe ich? Ich glaube) - also liegt es auch in meiner Macht, ihn zu ändern oder zu verlassen. Aber wohin, in welche Richtung? Und warum? Aus der vagen Hoffnung heraus, dass mich das an einen Ort bringt, den ich mögen könnte? Aber ich weiß nicht, wie ein solcher Ort aussehen könnte, nicht einmal ansatzweise. Ich finde nichts in mir, das Glück verheisst. Und ohne die Vorstellung, den Wunsch, glücklich zu sein - was ist man dann noch? Ein Automat.
Es fühlt sich an, als wär etwas Wesentliches in mir zerbrochen, als sei ich unrettbar kaputt. Aber es gibt nichts, das mich so kaputt machen hätte können, gibt nichts, das mir das Recht gibt, so zu fühlen und so zu sein, wie ich fühle und wie ich bin. Hätte ich Probleme, könnte ich sie lösen oder wüsste zumindest, an was ich verzweifle. Wäre ich zersprungen, könnte ich versuchen, die Scherben aufzusammeln und zu kitten - oder daran zugrunde gehen. Aber so ist es nicht. Eher, als würde ich mich auflösen. Nein, nicht das.. als würde ich blasser. Unwirklicher. Teil des Hintergrunds.

Darüber jammern hilft nicht. Aber was hilft? Mein Zimmer sieht aus wie eine Müllkippe, und die Momente, in denen mich das stört, werden immer seltener. Ich habs vorhin zum ersten Mal seit 5 Tagen wieder geschafft, zu duschen. Ich war eine Woche in Bayern, und nach 3 Tagen war ich fast wahnsinnig, weil ich es nicht mehr aushalte, bei und mit Menschen zu sein.
Dafür habe ich bei der Rückfahrt, als ich 5 Minuten vor Abfahrt des Zuges in die Bahnhofsbuchhandlung stürmte, "Glennkill" gefunden und gekauft. Ich bin erst zu etwa 2/3 durch; aber ich denke, ich ahne, warum du das Buch so liebst. Vielleicht werde ich noch etwas darüber schreiben, wenn ich durch bin... vielleicht wird es auch das Egalsein fressen, wie so vieles, aber ich werde mir Mühe geben, das nicht zuzulassen. Aber das hab ich auch bei anderen Dingen, und doch ist es passiert. Ich hab dir nicht mehr gemailt. Mit allen anderen Mails bin ich bereits mindestens 2 Monate im Verzug. Ich habs immernoch nicht geschafft, für C. ein Geschenk zu kaufen, weder für unseren Jahrestag (der schon letzten Monat war), noch für ihren Geburtstag in 10 Tagen. Du merkst, ich lass nicht nur dich im Stich. Ich lass alle, alles und jeden im Stich.
Ich wollt eigentlich über Stuttgart fahren; mein Auto ist aber wieder kaputt, weil ich mich seit Weihnachten nicht drum gekümmert hab. Deshalb auch das nicht. Und schicken kann ich dir nichts.
Ich weiß auch nicht, ob du noch Geschenke von mir annehmen würdest; schon gar hiernach. Aber ich hab ausser sie zu verstecken auch keine Möglichkeit, sie dir zukommen zu lassen. Du hast nichtmal die CD, die ich damals für dich gemacht hab... nur die Dateien, die drauf sind.
Die Hoffnung, dass sich das je ändern wird, ist schon vor langer Zeit gestorben. Der Rest meiner Hoffnungen hinterdrein, wenn auch nicht deswegen. Tot sind sie alle - oder sie verstecken sich gut genug in den Falten meiner Seele.

Ach, ich jammere. Als ob mein Selbstmitleid je irgendetwas besser gemacht hätte.

Wie es dir geht wohl? Ich hab lang nichts mehr gehört von dir. Glaub es oder nicht, ich hab Angst um dich. Auf meine Antwort auf deine SMS hast du damals nicht mehr geantwortet. Danach war Stille, warum von mir hab ich versucht zu erklären. Warum von dir? Hm... vermutlich vertraust du mir einfach längst nicht mehr. Du hast keinen Grund dazu. Ich hab nicht das Gefühl, dich stehen gelassen zu haben - obwohl, doch, ich hab dieses Gefühl. Aber ich lass auch mich stehen, ich werd irre. Und nichts hat mehr irgendeine Wirklichkeit. Gibt es dich überhaupt? Gab es dich je? Ich hoffe es... aber ich bin mir nicht mehr völlig sicher. Es gibt Dinge in diesem Zimmer, die von dir stammen. Und doch weiß ich nicht mehr, ob ich dir je nahe war, oder ob wir nur Bilder getauscht haben. Ich hoff sehr, dass ich mich irr in meinen Zweiflen. Ich will nicht einmal zweifeln. Aber alles stirbt in der Distanz, irgendwann. Ich wills nicht sterben lassen, aber ich hab in diesem Monat nicht mehr die Kraft gefunden, mich zu wehren. Ab heute wieder anders, ab diesem Tag - aber für wie lange? Ich kann dir keine Versprechen machen, kann dich nichtmal bitten, mir zu vertrauen, weil ich mir selbst nicht mehr vertraue, kein Stück mehr, nichtmal im Ansatz. Ich weiß nicht, wies dir geht, ich hab mich nicht um dich gekümmert. Ich wär für dich da gewesen, wenn du zu mir gekommen wärst - zumindest da bin ich mir sicher - aber es ist die Aufgabe eines Freundes, zu jemandem zu kommen, nicht, auf den anderen zu warten. Warten nützt niemandem etwas. Warten gibt nur dem alten Mann mit den Ewigkeitsaugen Zeit, seine Sense zu schleifen.

Also muss ich  dich noch einmal bitten: Nicht um eine neue Chance, nicht um Vertrauen, nicht darum, meine Fehler zu übersehen. Nur um Vergebung, und darum, etwas zu verstehen, das ich selbst nicht versteh.

...
Ich bin scheusslich pathetisch, oder? Aber es ist so.
Knut meinte zu mir, er bewundere, dass ich mich von ganz unten hochgezogen hätte. Das hab ich nie; und nun bin ich so weit unten, wie ich je war. Und einen Weg raus gibts glaub ich nicht mehr. Ich muss nur versuchen, dass ich dich nicht runterzieh. Ich will nicht ganz aus deinem Leben verschwinden, ich will wieder mehr hineingehören, so etwas wie einen normalen Platz darin haben, aber dazu muss ich einen Weg finden, dir die Dinge mitzugeben, die gut an mir sind, ohne dass ich dich mit runterreisse, ohne dass du unter meinen Sprüngen, meiner Unzuverlässigkeit leiden musst. Ich werd drüber nachdenken, und werde hoffentlich hier morgen mehr schreiben. Nun aber schick ich dir das hier als Link, hoffend, dass dein ICQ noch funktioniert und du diesen Account noch benutzt... und hoffend, dass du bis hierher gelesen hast.
Eins noch: Du kennst "Wir sind Helden" vermutlich, und vermutlich magst du sie nicht. Aber falls du sie nicht kennen solltest, such nach ihnen bei YouTube, und hör dir ein paar Lieder an. Du könntest sie mögen. Such nach "Kaputt", nach "Darf ich das behalten" und nach "Bist du nicht müde". Es sind die Lieder, die ich grad hör.

Und nun eine gute Nacht an dich, Botin, Wandererin.
Ein Teil von mir ist bei dir, und wird es immer sein.

 

8.4.08 02:11


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In Between

Hm... irgendwie scheinen meine besten Orte die Orte zwischen den Dingen zu sein. So wie grade; wo ich zwischen der völligen Übermüdung und der Wachheit balanciere, auf einem seltsamen Grat. Erschöpft bin ich, aber mir meiner Umgebung unglaublich bewusst... mehr als irgendwann sonst in der Lage, mich auf sie einzustimmen, damit eins zu werden. So wie ich am ehrlichsten bin in dem Zustand, in dem ich nicht mehr nüchtern bin aber noch nicht betrunken. Passend für den Menschen, der nirgendwo ist - dass er im Dazwischen seine Kraft findet. Aber das Dazwischen ist kein Weg, und ich erreich selten genug die richtige Balance. Ich merk es an diesem Ort.. von all den Einträgen ist nur einer dabei, der mir tatsächlich gefällt, von dem ich nicht überlege, ihn zu löschen; der eine Eintrag, der tatsächlich aus einem ehrlichen Sein heraus entstanden ist. Vielleicht hab ich nur bei einem gewissen Alkoholpegel den Mut, ehrlich zu sein, ohne gleichzeitig die Fähigkeit zur Konzentration verloren zu haben; ich weiß es nicht. Aber erwähnenswert ist noch die Stunde zwischen Nacht und Morgen, in der es keins von beidem ist. Die Zeit, die ich Blaue Stunde nenne (auch wenn andere diesen Namen anders verwenden) - einfach, weil das Licht tatsächlich blau ist in dieser Un-Zeit, diesem Ort zwischen allen Dingen. Ich weiß nicht, ob ich für immer dort sein könnte; und vielleicht würde der Zauber verfliegen, wenn man ihn seiner Vergänglichkeit beraubte. Und doch würd ich es gern einmal spüren.

Ich hab schreckliche Angst. Wovor, weiß ich nicht.
Mehr hoffentlich später.
Und vielleicht doch etwas zu trinken heut nacht; zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr.

8.4.08 18:12


Sleep is all I ask of you

3 Uhr früh. Ich sollte längst schlafen, vor allem bedenkend, dass ich schon völlig übermüdet in den Tag gestartet bin. Aber ich kenn mich. Es wird so lange weitergehen, bis mein Körper nicht mehr mitspielt, ich einfach einpenne und was Wichtiges versäume. Dabei wird morgen ohnehin anstrengend genug.

Ich hab nichts getrunken, und bereu das ein bisschen - dann würd ich seit Stunden schlafen, und hätte vorher vielleicht noch was sinnvolles hier reinschreiben können. Aber gut. Morgen Stochastik, Waschsalon, endlich die Überweisungen (viel zu spät... ich hoffe, die Bank zerreisst mich nicht in der Luft), die Einführung zum Anwendungsfach, und die Vorbereitung für das scheiss Praktikum. Oh, und Geschenke kaufen. Ich hoff, ich kann mir alles merken.

Leichter wär es, wenn ich schlafen würde. Aber warum schlafe ich nicht? Warum hab ich mich nicht einfach um Mitternacht hingelegt? Es wär eine Flucht, für ein paar Stunden, ein Nichthiersein, Nichtichsein. Warum also wehre ich mich des Nachts so dagegen?

Ich höre Tom Waits. Blue Valentine. Ein wunderschönes Lied. Ich hätt ihn dir gern mal gezeigt, weisst du.... hör auch deine Musik grade.
Inzwischen ist es 5. Schlafen lohnt nicht mehr.

Die Musik zu hören, macht unsagbar traurig.
Nun Three Doors Down.
Ich bin so müde an all dem.
Zeit, sich abermals in der Nacht zu verlieren.

9.4.08 05:06


Wäre es nicht schön....

Musik in Zeichen ausdrücken zu können? Ich meine nicht Noten, zu abstrakt - ich kenne zwar Menschen (mich zB *arrogant guck*) die sich eine Melodie ungefähr (oder auch genau, wozu ich leider nicht fähig bin) vorstellen können anhand des Notenbilds.. aber ich hätte gerne Zeichen, die man sieht, um die Melodie im Kopf zu hören. Utopisch, ja, aber wär toll. :-) Grade geht mir "Mad World" von Gary Jules nicht mehr aus dem Kopf - einer meiner häufigeren Ohrwürmer. Geschlafen hab ich wieder nicht, was aber wettgemacht wird dadurch, dass ich mehr als den halben Tag gestern geschlafen hab *kotz*. Es wird immer schlimmer. Aber das will keiner wissen und ich eigentlich auch nicht, also genug davon.

Stattdessen Gedanken darüber, warum ich diesen Ort nun plötzlich wieder frequentiere - auch wenn es mir bereits wieder schwer fällt, wieder "Pflicht" wird, Kraft kostet. Bin ich wirklich etwas depressiv? Oder nur sehr, sehr faul? Hm... selbstmitleidig bin ich auf alle Fälle, aber wie sehr? Naja, auch ein anderes Thema. Zurück zum eigentlichen.

Meine Theorie ist ja, dass dieser Ort gerade die einzige Verbindung zur Botin, zum Abendstern darstellt. Sofern sie hier überhaupt mitliest. Ich vermute es anhand der Besucherstatistiken (konkret, dass ich plötzlich wieder Besucher habe), aber kann ich es wissen? Ich hoff es jedoch. Es wär das erste Mal, seit ich mich erinnern kann, dass ich ihr tatsächlich etwas von mir zeige. Und wer weiß... vielleicht wär es ein Weg, sich wieder näher zu kommen.

Gary Jules wurde von den Helden verdrängt... solltest du mitlesen, so sieh dir dieses http://de.youtube.com/watch?v=Mw4OMxYTJpA Video an. Es berührt mich sehr, obwohl ich nicht sicher bin, warum.. ich musste an deine Diskussionsrunde damals denken, mit der "Indianerin" ;-) Und ein wenig erinnert er mich an mich.

So, und damit - und den besten Wünschen für den Tag - entschwinde ich in die Welt, genauer: in die Lineare-Algebra-Vorlesung. Gib auf dich acht... und werauchimmer sonst diesen Text lesen mag.

10.4.08 07:28


Schatten

Wieder sitz ich in der Nacht, hör Musik - grade Rosenstolz (ja, ich weiß, ich hab keinen Geschmack, bin ein Sklave der Popkultur und hör morgen Tokio Hotel - fertig?) - und denke nach. Obwohl, das stimmt nur halb. Ich denke nach, und gleichzeitig betäube ich mich.

Montag bis Mittwoch nicht geschlafen, heute am Tag mal 5 Stunden. Nun wieder am Durchmachen. Ich fühl wie es immer weiter abwärts geht, und nichts scheint auf dem Weg zu liegen, an dem ich mich halten könnte; oder wollte, for that matter.

*lächel* Ich bin an Zeilen aus einem Computerspiel erinnert.. "Welcome to my little shop.. there are no two like it on the road to Hell." Aber dorthin bin ich garnicht unterwegs. Wohin denn? ich weiß es nicht.
Das Wochenende war ungut, und die Ungutheit war meine Schuld. Es scheint so, als sei ich inzwischen auch so weit, dass es nicht ruhig sein kann, dass ich Streit anfangen muss, wenn es mal gut sein könnte, nur um nicht die Ruhe zu haben, die ich mir doch so sehr wünsche. Das Streben nach Normalität bricht sich Bahn; und dass das Schwierige, das Kaputte in allem die Normalität geworden ist, ist etwas, das mir Sorgen macht. Aber andererseits... darnunter, tief darunter, auf der Ebene, auf der die Dinge beginnen, ist alles gleichgültig und "Sorge" ist eines der Konzepte, die an diesem Ort keinen Platz haben.

Am Freitag eine Aufführung von Novecento gesehen... sehr, sehr gut gemacht, ausser dass Jelly Roll Morton einen schwarzen Anzug trug und - was mir das Ganze noch ganz zum Schluss etwas versaut hat - der Schlussmonolog Novecentos, der wichtigste Teil des Stücks meiner Meinung nach, gekürzt worden war. Warum, frag ich mich. Wollte man das Publikum nicht mit den Details seines Verzichtens, seines Durch-das-Sehnen-Gehens belasten? Ich könnt mich aufregen darüber, wenns nicht so nutzlos wäre. Davon abgesehen liegt das Buch 2 Meter neben mir, und ich kann es jederzeit lesen (was ich nicht selten tue).
Danach dann Streit über eine Trivialität - man kann den Abend ja nicht gut und ruhig sein lassen.
*seufz* viel Arbeit noch an mir; aber grade scheine ich mich nur treiben zu lassen, was mal garnicht angeht.

Wieder Musik... Helden diesmal. Ich bekomm "Wenn es passiert" nicht aus dem Kopf, und das Video dazu. Seltsam, wieviel man in 3 Minuten über Menschen erzählen kann.

Ich sollte schlafen gehen, aber ich kann mich nicht dazu bringen, auchwenn ich wieder früh rausmuss. Dazu bin ich grade zu sehr in der Nacht, und dazu ist mir der Tag, istmir die Welt zu gleichgültig.

Es
   geht
         immer
                  weiter
                          abwärts.

Ich brauch Orte und einen Weg, und das schleunigst, bevor noch mehr kaputtgeht. Und bevor ich ganz durchsichtig bin. 

 

17.4.08 03:50


Sommeranfang

Langer Tag gewesen heute. Den ganzen Tag unterwegs, Uni, Hausaufgaben, Vorlesungen, Tutorien. Nun gönn ich mir erstmal etwas Ruhe; dann gehts nochmal an Formale Systeme. Zumindest interessiert mich das Fach, das machts wesentlich leichter. Seltsam, etwas zu haben, das mich interessiert.

Aber zu unbeschwerterem.
Sommerabende sind einer der Gründe (einer der größeren, um genau zu sein :-)  warum ich am Leben häng. Heute nach dem Lineare-Algebra-Tutorium durch die immernoch laue, duftende Abendluft nach Hause gegangen. Mir ist fast, als wäre ich erwacht.. ncoh gestern hatte ich das Gefühl, fast tot zu sein, nichts mehr zu fühlen. Heute ein Sommermorgen, ein Sommerabend - oder zumindest sehr später Spätfrühling. Es wär angenehm, einen echten Frühling gehabt zu haben, aber nach dem Winter, der Trübe ist das, was nun ist, eine echte Erlösung. Ich bin müde, kaputt und hab noch viel zu tun. Aber heut macht mir das mal echt nix aus. Sogar Streichhölzer gefunden am Wochenende, weswegen hier nun Kerzen brennen. Da verdirbt auch die Offenbarung, scheusslich im Bett zu sein, den Tag nicht mal ansatzweise. ;-)

21.4.08 21:19


Müde

Die Hochstimmung vom Montag ist so schnell verflogen, wie sie kam, ersetzt durch tiefere Müdigkeit und Erschöpfung. Schade. Ich wäre gern mal etwas gut drauf; wär sowohl für mich als auch für C. als auch für eventuell vorhandene Leser eine angenehme Abwechslung.
Subway to Sally spielt "Müde" in Endlosschleife in meinem Kopfhörer; der Versuch einer Kommunikation mit C. und das Wissen, dass ich den größten Teil des Tages/Abends sinnlos verschwendet hab, obwohl ich am Morgen Lineare Algebra abgeben muss und für Montag zwei weitere Blätter unschönen Umfangs bearbeiten muss, die ua Java-Programme fordern, mit dem ich seit Weihnachten nicht gearbeitet hab.
Wär ich nicht so lethargisch, wär ich enorm sauer auf mich dafür, so eine gottverdammt faule Sau zu sein; aber ich kann mich auf nichts konzentrieren, und jeder Versuch, für die Uni zu arbeiten, verläuft nach spätestens 20min im Sande. Keine Entschuldigung, eine Erklärung; und nicht das, was mich vom Sauersein abhält, sondern nur, dass ich nicht genug Emotion aufbringen kann, um auf irgendwas sauer zu sein - oder sonst irgendwas zu fühlen for that matter. Ich weiß, dass ich das Mistblatt endlich machen sollte und dann ins Bett gehen, um zumindest noch 5h Schlaf zu kriegen. Aber darunter ist mir das so scheissegal, mehr geht kaum.
Subway to Sally (verdammt schräger Name für ein Medieval-Metal-Crossover Projekt) wird durch die Helden abgelöst... "Kaputt" statt "Müde". Aber grad keine Lust drauf, anderes Lied. Rosenstolz, "Ich bin verändert". Ich hör das Lied wieder oft in den letzten Tagen. Es tut jedesmal weh und erinnert an früher, aber der Schmerz hat auch was Angenehmes - eine Abwechslung zur monotonen, stumpfen Traurigkeit, die sonst vorherrscht.

...
Absatz nochmal gelesen. Am Liebsten würd ichs wieder löschen, aber ich _will_ grad was schreiben, und auch wenns Gejammer ist, mehr krieg ich grad nicht zustande. Besides, ich schreib schließlich für mich, und es ist besser, meinen Blog vollzuheulen als einen armen Unbeteiligten. Womit sich natürlich auch die Frage stellt, warum ich mich überhaupt zu rechtfertigen versuche für Obiges. ;-) Na, vielleicht nur, um vor mir selbst eine Rechtfertigung fürs Jammern zu haben. Ist ja eigentlich etwas, das ich mir abgewöhnen will, aber grad in der letzten Zeit hat sichs wieder sehr intensiviert. Bäh.
Im Kopfhörer singt Gary Jules "Mad World", und ich versuch, über die Körperaxiome -(-a) = a zu beweisen. Arrgh.

Nun umgestiegen auf Erik Satie. Die Botin mag ihn nicht, aber für mich ist es eines der Dinge, das mich runter und zur Ruhe bringt. Heut wirkt es nicht, aber zumindest find ich die Gnossiennes sehr schön.

Hm. Und gerade bemerk ich, dass es 3:15 ist. Unschön, weil ich am Wochenende "Der Exorzismus der Emily Rose" geguckt hab und seitdem - danke, Geister- Toten-, und Verlust-der-geistigen-Gesundheit-Angst - übelst Panik kriege von 3 bis 4 nachts (im Film die Stunde, in der die Dämonen ihre Heimsuchungen beginnen). Mag lächerlich klingen (und ist es wohl auch), aber das macht meine Panik nicht besser. Naja, Mathe lenkt ab *umform*.

So, und nun ist alles aufgeschrieben, und ich schlaf noch eine Stunde. Schade, dass der Eintrag dann doch sinnlos wurde; der Versuch, meinen Kopf zu ordnen, ist gescheitert.
Morgen also aufs neue; und bis dahin hoffe ich, dass die, die dies lesen, eine gute Nacht hatten und einen guten, sonnigen Tag vorfinden werden beim Aufstehen.
Gut Nacht zusammen.

 

24.4.08 05:14


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