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Wachträume

Doch wieder etwas länger her, dass ich geschrieben hab... Nach der Krankheit kam die Pfingstwoche, und mit ihr Präsenzübungen, Praktikum und übergroße Arbeitsblätter. Die Vorlesungszeit jetzt ist doch erholend im Vergleich.

Es hatte sich einiges angesammelt, über das ich schreiben wollte, aber es entgleitet mir.. es ist, als hätte ich Watte im Kopf, kann mich auf nichts konzentrieren, mir nichts merken. Über Sehnsucht wollte ich schreiben; über Endendes und Beginnendes, über das Sehenwollen und Nichtsehenwollen. Ich hoffe, es fällt mir zumindest manches wieder ein. Grade sind die Startvoraussetzungen auch nicht ideal: Seit etwa 25h wach, ohnehin chonisches Schlafdefizit; die Nacht durch an ner virtuellen Maschine geschraubt und FoSAP erledigt. Dumme (wenn auch nötige) Arbeitsblätter.
Ich merke, dass es mich belastet; jede Woche 3 Blätter, alle 2 Wochen das Praktikum. Ich kann nicht sonderlich gut damit umgehen, schon gleich gar nicht, weil ich das Wochenende über in Köln bin, und dort ncoh immer nicht effektiv arbeiten gelernt habe.
Neulich ist mir ein Heftchen über den Umgang mit Behinderten und Chronisch kranken an der Hochschule in die Hand gefallen, für Lehrende. Interessant, was die so alles machen sollten.
Darin stand auch, dass auf Menschen mit Depressionen Rücksicht genommen werden müsse, die "selbst in guten Zeiten nur ein reduziertes Pensum bewältigen können". Seltsam, das. Dass man dann chronisch krank sein soll, eingeschränkt. Aber ja, es kostet Kraft, das stimmt. Trotzdem; mit dem Konzept, meine Depressionen die Latte, an der ich mich messe, bestimmen zu lassen, hab ich abgeschlossen, hatte mich auch nie sonderlich dafür begeistert. Seltsam bei jemandem wie mir, der sehr zu Selbstmitleid neigt, sehr dazu, andere für seine Schwierigkeiten verantwortlich zu machen. Dennoch ist das so, und ich bin dankbar dafür.
Und trotz allem ist der Stress nicht wegzuleugnen.
Aber ich jammer. ;-)

Was sonst? Sehnsucht... aber was wollte ich sagen über Sehnsucht? Ahja.... dass sich, sobald man sehnt, eine interessante Frage stellt:
Zieht man es vor, das Sehnen zu ertragen (selbst wenn das Ziel der Sehnsucht unerreichbar oder gar unbekannt sein mag), oder die Sehnsucht in sich sterben zu lassen, sie hinter sich zu lassen, als sei sie nciht mehr zu einem gehörig?
Inzwischen denke ich, dass die erste Variante die unangenehmere, aber gesündere ist; stehe aber wieder vor der Mauer, die es einem schwer macht, alte, ausgetretene Pfade zu verlassen. Einen Weg hinüberfinden? Momentan noch Fehlanzeige, noch ist Sehnen genauso fern und abstrakt für mich wie Träumen oder Wünschen (über die rudimentären Dinge hinaus). Und doch... es gibt Fortschritte, und ich fühle viel Sehnen. Und stehe doch auch vor einem weiteren alten Problem: Wonach? Die Sehnsucht wutrde immer auf etwas projiziert, nun aber ist keine Projektionsfläche mehr da, und ich stelle fest, dass ich sie noch immer nicht erkenne.
Immerhin stelle ich fest, dass Sehnsucht einen kaputtmachen kann, egal, welchen Weg man einschlägt; nur die Art des Kaputtgehens (so es denn eintritt) ist unterschiedlich, wie eine Vase, die beim Aufschlag splittert und eine Pflanze, die von Parasiten überrannt wurde.
Ein seltsames Ding, die Sehnsucht. Und sie hat mit Anfängen und Enden zu tun; dazu aber später mehr, erstmal genug von meinem fiebrigen Gefasel. Ab in die Vorlesung, und vielleicht (hoffentlich - ha!) irgendwann später heut ein etwas mehr Richtung Kohärenz wandernder Eintrag.

Einen guten Morgen allerseits.  

27.5.08 07:11


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And yet these.. Blue Valentines.....

Ich sitze von Kerzen umgeben. Eigentlich hab ich noch viel zu tun, aber das kann warten. Ich öffne kurz ein Fenster, um etwas von der nächtlichen Kühle hereinzulassen.. der Sommer ist noch nicht ganz hier, noch nicht. Der Nachtclub gegenüber ist still, wie er es immer ist, hinter verhangenen Fenstern. Zwar ist die Tür offen, doch sie gewährt nur ein paar Schritte weit Einblick ins schummrig-rote Halbdunkel. Der Club hat jeden Abend offen, aber ich hab noch nie jemanden reingehen sehen. Die große Leuchtreklame "BAR" hat ihr "A" eingebüßt - es scheint, als hätte der Ort bessere Zeiten gesehen. Draussen Stimmen, und auch um diese Zeit der Lärm der Ausfallstraße. Vorhin eine Alarmanlage - nun, es ist nicht der beste Teil der Stadt.
Keine abendliche Kühle - draussen ist es so warm, wie es hier ist. Später vielleicht noch ein Spaziergang, so gegen 3? Die Stadt ist nicht halb so schön wie Stuttgart, aber ich kenn sie auch noch nicht sehr gut. Ich wünschte, ich hätte Kippen - ich rauche nicht, aber heut nacht würd ich ne Ausnahme machen. Es passt so gut. Rauchend am Fenster stehen, an die Vergangenheit denken. Solche Abende sind selten; Wehmut, ja, aber kein Schmerz. Gedenken.
Ich wünschte, es hätte ganz aufhören können, aber auch so geht alles weiter. Und Erinnerungen kann man mir nicht so ohne weiteres nehmen. In meinem Kopf singt Tom Waits.
Ja, an solchen Abenden lebe ich.

29.5.08 23:56





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