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Schlaf, Vertrautheit und endliche Automaten

Eine vertraute Stimme. Eine einstmals vertraute? Das mag wohl sein; aber eine, die genug Spuren hinterlassen hat, dass sie nicht ganz verschwinden kann und wird aus mir. Ob sie das will... auch das weiß ich nicht.
Müde bin ich. Sie auch, ich spür es. Was passiert mit Vertrautheit? Kann sie denn sterben? Vermutlich; fast sicher sogar. Kann sie auch schlafen? Ich denke, dass sie das kann, aber ich weiß nicht, wann und wie sie wieder erwacht. Nähe, Vertrautheit, Vertrauen sind komplizierte Dinge - so wirklich damit umgehen kann ich noch immer nicht, mit keinem davon. Ich kann inzwischen in Anwesenheit anderer schlafen, und mich wecken lassen, ohne jemandem wehzutun. Ich kanns immer noch nicht haben, wenn man mich anfasst, und werde nervös, wenn jemand in meinem Rücken ist, gleich wer es ist. Ist das Misstrauen, oder ein gesundes Maß an Vertrauen ohne Blauäugigkeit? Oder einfach noch eine Reststruktur, zum Teil von der Welt geformt, zum Teiol von mir geschaffen? Ich neige eher dazu. Aber das fragt sich bei so vielem.
Eine vertraute Stimme... und die Fragen fangen wieder an, in meinen Kopf zu fließen, nachdem sie sich so lange zurückgezogen hatten. Das ist etwas, das sie immer konnte; mich zum Fragen bringen. Wie macht sie das? Ich weiß es nicht, aber weiß, dass es heilsam ist, und zwar nicht Ruhe, aber Besinnung bringt. Aus dem endlichen Automaten M., der auf einen Input mit einem von verschiedenen Outputs reagiert, ohne genau zu wissen, was und wohin, wird wieder ein Mensch. Ein sehr chaotischer, wirrer solcher, ein Bündel aus Seltsamkeiten, Fragen und Verwirrung, aber ein lebender Mensch vor allem, und darauf kommt es an.
Ich mag Scheidewege nicht, lege mich nicht gern fest, und die Versagensangst begleitet mich immer. Aber wenn jemand zurückkehrt, so kurz das auch sein mag, gibt es auch immer einen Grund dafür, und solange es diesen Grund gibt, gibt es eine Verbindung zwischen dem Menschen und dem Ort, den er noch einmal besucht.
Hast du denn einmal Tom Waits gehört? Wenn nicht... hier.


 

Geh noch nicht wieder. Ich kann die Zeit zwar nicht zurückdrehen, aber in der Musik bleibt sie ein paar Augenblicke stehen.
Und letztenendes bist du der Grund und Zweck dieses Orts.

 

10.6.08 02:25


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Eine Existenzerläuterung

Ja, warum solltest du Grund und Zweck sein?
Weil er an dir entstanden ist, und sehr, sehr viel darin aus dir entspringt oder von meinem Denken an und über dich erzählt.
Meine Erinnerung ist - wie meistens - fasrig, aber er entstand ein paar Monate, nachdem das Ende klar war, wenn ich mich recht entsinne, und die ersten Einträge (vor dem Neustart) waren eine wilde Mischung aus Gejammer, Vorwürfen, Selbstvorwürfen und - hin und wieder - Gedankenschnipseln.
Am Grundkonzept hat sich also, abgesehen von den Vorwürfen, relativ wenig geändert, wie du siehst ;-) und der Zweck hat sich zwar erweitert, ist aber im Kern der gleiche geblieben: Das, was geschehen ist, für mich aufzuarbeiten, in verständliche Form zu bringen.
Dazu ist in letzter Zeit gewachsen, dass dieser Ort für mich eine Möglichkeit zur Selbstbetrachtung ist, dass ich erst durch das Schreiben hier gesehen habe, wieviel von meiner Zeit und meinen Gedanken ich darauf verschwende, mir leid zu tun und mich dafür zu bedauern, was ich alles müsste, statt es zu tun.
Ändern... nun, mal gucken, ob ich das hinkrieg mit der Zeit.. ich hoff es.
Und ein letztes ist dazugewachsen: Der Wunsch, den Menschen sprechen zu lassen, der ich bin, nicht den, der ich gern wär.

Und all das wird von einem roten - oder bessergesagt schwarzen Faden durchzogen, zu dem alle Stränge zurückführen.
Deshalb. :-)

10.6.08 21:32


Beat

So. 10h an den Praktikumssachen gearbeitet; nun alles fertig, inkl. der simulierte Mikroprozessor. Nur der Ripple-Carry-Adder will nicht; der Volladdierer verhält sich falsch, ohne dass ich wüsste, warum - die Schematics stimmen. Je nun. Das darf getrost mein Partner machen, den Rest (ausser der Präsentation) hab ohnehin ich gemacht.

Nun Tom Waits, Cherry Coke, und nachher noch ne Weile Knights of the Old Republic. Und dazu das gute Gefühl, mal nicht faul gewesen zu sein; obwohl eine Stimme in meinem Kopf meckert, dass es immer noch genug zu tun gäbe für den Rest der Nacht.

Ich frag mich, wies dem Abendstern geht; und ich vermisse C.
Trotzdem.... nun hab ich mir zur Abwechslung das Ausruhen tatsächlich verdient.

13.6.08 02:09


A little drop of Poison

Draussen der Vollmond, in meinen Ohren Musik. Eine seltsame Mischung an diesem Abend; angefangen bei den Red Hot Chili Peppers über kurze Besuche bei Lucky Jim und Gary Jules weiter zu Rosenstolz... und nun natürlich Tom Waits, bei dem ich zum Schluss fast immer lande. Es wär ein Abend für ihre Musik, aber ich hab nicht den Mut dazu. Es wär auch ein Abend für Alkohol (Gin Tonic - seien wir exakt), aber ich trinke weiterhin nur in Gesellschaft. Sollte sich C. wirklich das Leben nehmen (obwohl ich nicht wirklich daran glaube), oder mich einmal verlassen, wird sich auch das wieder ändern, da zumindest bin ich sicher... nur nicht, ob ich das gut finde, oder nicht.
"A little drop of Poison" in meinem Kopfhörer wird ersetzt durch "I don't wanna grow up"... es ist beeindruckend; er sieht im Video tatsächlich aus wie ein kleiner Junge, und das vor allem durch Körpersprache.
In den kontextsensitiven Anzeigen neben mir wird eine Seite für Depressive und ihre Angehörige beworben; darüber und darunter Seiten über Schlafstörungen; als fröhliche Vierte eine Seite für ein "Lachseminar"... ich scheine etwas zu viele Schlüsselwörter in meinen "Texten" zu verwenden.
"Swordfishtrombone"... der auf der Depressionsseite angebotene Selbsttest behauptet (wieder mal), ich sei schwer depressiv. Ich bin skeptisch. Einerseits fühlt es sich jeden Tag so an, als würd ich kaputtgehen; andererseits aber weiß ein Teil von mir, dass ich mich eigentlich anstelle, dass ich mich nur zusammenreissen und in den Arsch treten muss, um endlich vorwärts zu kommen. So wies jetzt aussieht, isses jedenfalls dämlich: Datenstrukturen und Algorithmen geschmissen, weil ich nicht hinterher kam. Das kommt davon, wenn man in keiner Vorlesung mehr zuhört. Was ist los mit mir? Es scheint weiter abwärts zu gehen, dabei merke ich, dass das vor allem an meiner wachsenden Faulheit und Egozentrik liegt.
Zumindest ist der Auftrag an die Werkstatt draussen.

Streit mit C., der erste seit längerem, und ich weiß nicht so genau, worüber. Ich schätze, der viele Druck macht ihr langsam wirklich schlimm zu schaffen und es kommt daher. Ich hab nciht vor, ihr das vorzuwerfen, bedenkend, dass ich schon bei wesentlich weniger Stress fahrig und reizbar ihr gegenüber geworden bin. Sie fehlt mir, aber gleichzeitig ist da ein Teil von mir, der sich zwar sehnt, aber nicht nach ihr. Wonach oder nach wem, vermag ich nicht zu sagen, aber es ist, als stände immer etwas zwischen uns.. als könnte ich ihr nciht wahrhaft nahekommen. Nicht überraschend, wenn ein ziemlicher Kontrollmensch (ich, auch wenn es weder so wirkt noch so klingt) und ein extremer Kontrollmensch zusammenkommen.
Es macht mich traurig, und ich frag mich, ob es ihr ähnlich geht...ich denke, dem ist so.
Der Abendstern schweigt wieder.. und auch ich schweige. Vielleicht war es schon so lange und so oft schlimm, dass keiner sich vorstellen kann, dass es einen Weg geben kann, wieder ein ruhiges Gespräch zu führen - aber, wenn wir fair sind, ist festzustellen, dass die wenigen ruhigen Gespräche, die wir nachdem das Ende sich einschlich, führten, so gut wie immer an mir und meinem Verhalten scheiterten.

Ich bin so traurig und so müde, und ich verstehe nicht, warum. Und da ist dieses schleichende, stärker werdende Gefühl, dass es einen Schlüssel zu all dem gibt, etwas, das ich verstehen muss, das es mir erlauben würde, hindurch zu treten, Ruhe und Kraft zu finden. Ich möcht diesen Schlüssel finden; und ich muss, bevor ich ganz innerlich tot bin, oder bevors irgendwo in mir klickt und ich irgendeine Dummheit mache.
Aber ich verlier mich in immer engeren Kreisen um mich selbst.

Es ist seltsam, wertlos und schwach zu sein und ganz genau zu wissen, dass das eine bewusste Entscheidung ist - und es trotzdem nicht zu ändern. Und ich frag mich die ganze Zeit, warum zur Hölle ich nichts anders mache.
So, und nun ist wieder Ruhe für heut nacht - und ich beschließe, dass der nächste Blogeintrag mal über irgendwas anderes geht als mich und mein Geheule.

20.6.08 02:11





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