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Ich.

Als wär ich ihr Kind, kommts ihr vor, meint sie. Weil sie meine Unorganisiertheit nicht aushält und immer das Gefühl hat, auf mich aufpassen zu müssen. Aber ich will doch garnicht, dass jemand auf mich aufpasst. Wenn ich mir die Hand verbrenne versehentlich, ist das meine Sache. Ja, hätt ich verhindern können, nein, war mir nicht der Mühe wert. Aber ist das nicht meine Sache? Es ist nichts passiert, ausser dass ich ne große rote Stelle aufm Handteller hab, und solang ich keine echten Schäden nehm, ist das doch meine Sache, was mit meinem Körper passiert, oder nicht? Ich red ihr nicht in ihre Selbstverletzung rein, kann sie mich nicht in aller Ruhe mich vernachlässigen oder was auch immer sonst lassen? Ja, ich bin viel zu kindlich, bin nichtmal ansatzweise erwachsen und glaub auch nicht, dass ichs je werd (auch wenn ich das hass) - nur kümmern kann ich mich trotzdem um mich selbst. Ich erwart nicht, dass das jemand anders tut, wills nicht mal. Ja, ich erledige Sachen ewig lang nicht, lass alles schleifen. Aber bitte geht mir nicht damit auf die Nerven, alle nicht. Wenn ich Scheisse bau, bad ich auch selbst die Konsequenzen aus, also ist es doch meine Sache, ob ichs tu, oder? Haltet euch endlich verdammtnochmal aus meinem Leben raus. 700km Abstand langen nicht zu meinen Eltern - sie müssen imernoch versuchen, an meinem Leben rumzupfuschen - und meine Freundin tuts nun auch. Toll. Ich. will. das. nicht.
Nein, sie kann nichts dafür für das, was meine Eltern da verpfuscht haben, das ist mir auch klar. Aber das ändert ja nichts an den Fakten. Ich möcht mir selbt gehören. Muss ich dazu denn wirklich ohne sie sein?
Aber sie meint ja ohnehin, wir hätten uns nur ausgedacht, dass wir uns lieben, und dass sie mich oft nie mehr wiedersehen will. Diese Beziehung geht also auch dem Ende zu. Klasse.
Wenn sie zu Ende ist, werd ich mir ne Therapie suchen. Oder wenn wir die Kurve kriegen und ich ne Therapie machen kann, ohne dass dabei alles den Bach runterrattert. Sooderso, irgendwie muss ich die kranken Strukturen aus mir rausprogrammieren, die alle um mich rum kaputtmachen.

Ich bin grad selbstmitleidig, idiotisch und melodramatisch - Riesenrückfall in alte Strukturen. Aber ich hab alles so gottverdammt satt grade. Satt, satt, satt; alles, jeden, und vor allem mich, der ich als ganzes so verkorkst und verdreht bin, dass 10 Jahre Arbeit an meiner Persönlichkeit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Ich kotz mich so dermassen an grad.

Naja, bevor der Mist zu groß wird - Gute Nacht allerseits. 

6.9.08 05:07


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Home Coming

Der Abend beginnt nicht weiter ungewöhnlich. Als ich in Offenbach eintreffe, ist es halb fünf; zu Knuts Wohnung finde ich ohne Probleme, da ich mir den Stadtplan am Tag zuvor eingeprägt hatte. Es geht vorbei an einer lutherianischen Kirche, die eher aussieht, als beherberge sie das Amt für Grund- und Gewerbesteuerfragen als eine evangelische Glaubensgemeinde, an einer "Pizzaria" und vielen grauen Wohnhäusern. Weit ist der Weg nicht.
Im Park vor dem Haus erstmal ein Anruf von Knut. Eine Stunde noch, dann sind sie da. Ein Grinsen kann ich mir nicht verkneifen - Knut und Pünktlichkeit sind Konzepte, die nicht so recht zusammenwollen.
Ich gehe ins Stadtzentrum. Es ist nicht schön, aber ich entdecke einen kleinen Buchladen; einen der Sorte, die von jedem Buch nur eines da haben, ein eigenes Regal für Philosophie und Lebensgestaltung reservieren und hintenraus einen Lesegarten haben; die schöne Sorte also. Ich entdecke eine limitierte Auflage von "Zusammen ist man weniger allein", klein und in einem ruhigen, schönen Einband ohne Titel.
(Das Buch ist wunderschön... Kennst du es, Räbin? Sollte dem nicht so sein, lies es, wenn du einmal dazu kommst. Camille lässt mich sehr an dich denken; bei jedem zweiten Satz muss ich lächeln, weil es so vertraut klingt, weil sie in vielem dir - oder meiner Vorstellung von dir - so ähnelt.)
Zurück zum Haus. Nach noch einer Stunde ein weiterer Anruf: Ich soll den Maler, der oben in der Wohnung arbeitet, kontaktieren, damit der einkaufen gehen kann und mir den Schlüssel übergeben.
Die Wohnung ist im 4. Stock, viele enge Treppen hoch, und nichtmal annähernd fertig. Der Boden fehlt völlig, die Wand ist nur in einem Zimmer gestrichen. Eine neue Heizung muss noch rein, aber wann sie kommt, weiß man nicht. Knut kommt kurz danach und stellt das Gleiche fest. Er ist sauer, da er sein Zeug heute reinstellen wollte und das vom Vermieter auch zugesagt wurde. Nach einigem Rumtelefonieren können wir das meiste in einer leeren Wohnung im dritten Stock unterbringen. Es ist ein ziemliches Geschleppe, aber es ist schön, Knut und Flo wiederzusehen, und es tut sehr gut, wieder einmal tatsächlich körperlich zu arbeiten, für länger als zehn Minuten. Flo und ich quatschen die ganze Zeit, während wir Tische, Sofas, Schränke und Kartons über Kartons aus den Sprintern hochtragen. Ich merke, dass ich es genieße - ein ungewohntes Gefühl, verschollen irgendwo... ich hab lange keinen Freund mehr gesehen. Mittendrin meint Knut: "Ich wusste gar nicht, dass Umziehen Spaß machen kann." Es scheint also nicht nur mir so zu gehen.
Danach lange Diskussion. Die meisten müssen am nächsten Tag in Passau sein, wollen gleich zurück. Es fehlt Platz in einem der Sprinter. Ich schlage vor, dass alle gleich fahren und ich mich wieder auf den Zug schwinge. Knut legt sein Veto ein, meint, dass ich nicht 80€ gezahlt hab und extra runtergefahren bin, damit ich nach zwei Stunden Zeugschleppen wieder zurückfahr. Ich seh es anders, aber er setzt sich durch - was mir, offengestanden, nicht unlieb ist. Flo, Knut und Helmer bleiben, mit dem Plan, dass ich den Zug um drei Uhr nachts in Frankfurt nehme, die drei mich hinfahren und direkt weiter Passauwärts. Wir gehen essen; in die "Pizzaria", die mir schon aufgefallen war. Das Essen ist gut, reichlich und billig, Knut lädt uns ein. Wir essen, bis wir fast platzen, aber längst nicht alles kommt weg.
Helmer, der das Essen mit einer Monsterportion Whiskey abgeschlossen hat, geht (von uns begleitet) zum Wagen zurück, um sich bis zur Abfahrt hinzulegen. Wir anderen gehen in die Stadt, Dart spielen. In der ersten Kneipe bis eins, während der Besitzer an der anderen Scheibe wirft, offenbar, um uns zu demonstrieren, wie schlecht wir sind. Wir wissen das, es stört uns nicht. Wir reden, lachen, scherzen; ich merke, dass mir das ein bisschen gefehlt hat.
Als die Kneipe schließt, finden wir nach einigem Suchen eine offene Eckkneipe, spielen dort eine letzte Partie. Ich habe die Chance zu gewinnen, vermassle sie - es ist egal, darauf kommt es überhaupt nicht an. Es ist ein sehr spannendes Spiel, und wir spielens gemeinsam. Das ist das Wichtige. Zwischendurch ein Anruf von P. Sie fehlt mir, aber ich bin dennoch froh, dort zu sein.
Dann zum Auto, und - auf Knuts Vorschlag - direkt zum Frankfurter Flughafen, der leichter zu finden ist als Frankfurt HBF. Kurze Verabschiedung und das mittlerweile sichere Wissen, sie in 2 Wochen wiederzusehen. Dann fluchend durch den FLughafen, bis ich die Bahnsteige finde. Der Fernbahnhof ist zu, ich muss ein Stück zurück zum Regionalbahnhof, und lasse mir Geld aus dem Automaten, nur um festzustellen, dass der Fahrkartenautomat nur EC nimmt.
Dann der ICE. Es hat eine seltsame Magie, als einzige wache Seele in einem Waggon inmitten von Schlafenden zu sitzen. Ich lese weiter, und betrachte ab und zu mein Gesicht in der dunklen Scheibe des Zugfensters. So - erschöpft, verschwitzt, übermüdet, mit Ringen unter den Augen -, so ist wohl der einzige Zustand, in dem ich mein Gesicht tatsächlich als attraktiv empfinde. Eigenartig.
Der Zug zieht an Bingen und Koblenz vorbei; in Bonn wundere ich mich, dass "Monster" auf der Stationsliste steht, bis ich herausfinde, dass ich das "Ü" von Münster für ein "O" gehalten habe. Schade eigentlich... eine Monsterhaltestelle wäre interessanter.
Dann Köln, umsteigen in den Zug nach Aachen. Etwas dösen, schlafen kann und will ich nicht.
Es ist kalt, als ich aus dem Zug steige. In der Bahnhofshalle ein Mädchen, das einer Freundin von früher ähnelt. Ein kurzer Blickkontakt, ich gehe weiter.
Inzwischen tun mir die Füße bei jedem Schritt weh - die Sohlen der alten Schuhe sind längst gebrochen, das Fußbett durchgelaufen. Es stört mich nicht, ich gehe langsam, gehe vom Bahnhof zu meiner Wohnung, genieße den Weg und genieße es, einen Ausklang der Nacht zu haben. Einmal schreit ein Rabe (oder eine Räbin? Wer weiß das schon).
Die letzten paar hundert Meter rieche ich den süßen Konfitürenduft der Zentiswerke, der sich durch die Straßen ausbreitet, spüre, wie mich die Erschöpfung dabei einholt.
Dann die Haustür; die acht Treppen bis zur Wohnung bemerke ich kaum. Ich bin nicht wirklich müde, nicht wirklich erschöpft, weiß, dass ich all das abstreifen könnte; aber es käme wieder, fordernder, und ich habe viel zu tun. Es ist besser, ihm nachzugeben. Ich sperre die Tür auf; mein Mitbewohner ist offenbar nicht da.
Rein. Zusperren.
Daheim.

 

25.9.08 08:40


Pieps!

Neben mir sitzt grad ne Maus auf ner Smacks-Schachtel und guckt groggy. Hab sie unten an der Treppe gefunden, zuerst mit Brot gefüttert - wollt sienicht - dann mit hochgenommen und ihr Wasser gegeben. Ihren ersten Ausbüxversuch hat sie nun schon hinter sich, aber der scheint sie sehr erschöpft zu haben.... P. meint, sie sei wohl dehydriert, aber vielleicht stirbt sie auch einfach. Wir werden sehen. Würd sie gern als Hausmaus behalten, aber Mäusedreck und meine Klamotten als Nest sind nicht so toll (was, so P., passieren würde, und ich glaubs ihr gern; sie hat Erfahrung).

Ich behaupte: Dies ist ein gelungener Tag, unabhängig davon, ob/wieviel Lernen ich heut noch schaffe. :-)

26.9.08 17:44





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