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All we want to do is eat your brains.

Nervöser Abend heute. Ich habe immer wieder das Bedürfnis, hinter mich zu gucken, das Gefühl, da wäre was. In der Zimmerecke? Reichlich unwahrscheinlich.  Dazu ein Gefühl, als hätte ich getrunken, obwohl das stärkste Getränk, das ich heute zu mir genommen hab, ein Möchtegernespressomischgetränk ist (das sollte ich vielleicht noch korrigieren - der gute Kaffee aus Honduras sollte wirklich mal nähere Bekanntschaft mit meiner Mokkakanne schließen, finde ich). Vielleicht die Übermüdung? Aber so wenig hab ich nicht geschlafen, eigentlich. Naja. Immerhin versichert mir Jonathan Coulton, dass niemand meine Augen essen will. Beruhigend.

So, wo bin ich nach einem Jahr? Ab von "müde, wie immer".

Immer noch im Studium hängend. Immer noch depressiv und nach einem recht demotivierenden Versuch, einen Therapeuten zu finden (ich hab noch nie vorher davon gehört, dass ein Thera während einer Sitzung einnickt....) etwas in den Seilen hängend. Neuer Versuch? Hoffentlich bald, aber die Antwort geb ich mir selbst seit nem halben Jahr. Grmpf. Außerdem: Immer noch Angstprobleme, auch wenn sie im Ganzen besser werden. Gelegentliche Rückschläge - zur Zeit gehe ich fast immer morgens ins Bett, um nicht im Dunkeln im Bett liegen zu müssen, und habe gerne mal Nervositätsattacken wie z.B. heute - aber im Ganzen ein Trend zum Positiven. Work in Progress. Soziales, das zu viel Zeit frisst, und mir wichtiger ist, als mir lieb ist. Musste mir vor ein paar Wochen eingestehen, dass die Menschen, mit denen ich wochentags meine Freizeit verbringe, tatsächlich wichtig für mich geworden sind. Meine Fresse, das beängstigt mich... und ich komm wirklich nicht gut damit zurecht. Schon allein, weil jetzt soziale Mechanismen übernehmen wollen, von denen ich weiß, dass sie irgendwo zwischen sehr mies und gar nicht funktionieren. Ärks. Aber gut, dafür Freunde, wenn ichs schaff, damit zurechtzukommen. Denke ich zumindest. Keine Ahnung, wie wichtig ich für die Leute bin. Gah! Was ist aus meiner guten alten Strategie von "Welt und Menschen können mich mal!" geworden? Hätte überhaupt nichts dagegen,dem Problem meiner sozialen Defizite weiterhin großzügig aus dem Weg zu gehen... aber irgendwann müssen selbst depressive PC-Süchtige erwachsen werden, und das ist nicht weglaufkompatibel.

Und sonst? Die Stadt ist grau und scheint grauer zu werden, auch wenn ich ab und zu einen Hauch der seltsamen Schattenstadt erhasche, die hier und da zwischen den Lücken durchblinzelt. Neulich nachts aufm Heimweg kam sogar eine Idee für eine Geschichte dabei rum; bin gespannt, ob ich sie schreiben kann.

Und sonst? Atheismus. Nichtdogmatischer Materialismus (was lustig ist... vor Ewigkeiten dachte ich mal, Materialisten seien Idioten. Nun sehe ich keinen Grund mehr, keiner zu sein). Arbeitsunfähigkeit. Wie zur Hölle soll mir ein Therapeut helfen, wenn ich nicht einmal weiß, was nicht stimmt mit mir? Also, ab von... allem. Ich wünschte, es wär nicht solche Unordnung in meinem Kopf. Sexuelle Frustration. To do: Mehr Sport! Zu wenig Schlaf. Viele Besprechungen, die alle nach dem Muster "also mit Ihren Qualifikationen seh ich da wenig Möglichkeiten..." ablaufen. Ich hoffe, eins der 3 noch ausstehenden Treffen läuft endlich besser. Der Versuch, weniger herablassend, weniger dogmatisch und weniger... überzeugt zu sein. Und ich glaube, was ich bräuchte, wär endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis.

So. Kopf up to date, mehr in Bälde.

Gutnacht.

22.11.12 02:46


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Black Snake Moan

Heut hab ich nicht mal Lust, ein Computerspiel zu spielen. Oder auch nur nen Film zu gucken. Nichts. Möcht aber auch nicht schlafen. Stattdessen also Musik hören und wirre Dinge schreiben.Wärs nicht so spät, würd ich mich vielleicht in irgendeine Kneipe setzen und die Geschichte schreiben, die ich im Kopf hab... aber nein, tendenziell nicht. So bin ich nur müde; zum Schlafen hab ich aber erst recht keine Lust. Die Woche gehts echt nicht. Wie gesagt: Ich müsste eigentlich dringend zu nem Therapeuten... aber kann mir gerade nichts vorstellen, wies mir besser gehen könnt. Vielleicht doch eine medikamentöse Annäherung an die Sache? Nicht als einzige Maßnahme, natürlich... aber um mich zumindest wieder halbwegs funktionsfähig zu kriegen. Ich sollte dieses Semester Bachelorarbeit schreiben - ich weiß nicht, wie ich das machen soll, und schaffs nicht mal, ein Thema samt Betreuung zu finden. Aber durch Rumheulen wirds kaum besser.
Die letzte Therapeutenerfahrung war allerdings durchaus entmutigend. Die erste Sitzung verbrachte der gute Mann mit dem Versuch, mir eine Therapie auszureden, die zweite mit Nicken und ab und zu wegdösen (so schien es zumindest, außer er denkt gewohnheitsmäßig mit dem Kopf auf der Brust nach....). Natürlich nicht repräsentativ, dennoch entmutigend, bedenkend, dass es ziemlich lang dauerte, bis ich mich soweit hatte, nach Therapeuten zu suchen, und nochmal ne ziemliche Weile, bis ich einen Termin kriegen konnte. Und nun wieder Lähmung, die sich immer weiter ausbreitet. Diese Woche ist ein neuer Tiefpunkt; zwar hab ichs in alle meine 3 Veranstaltungen geschafft, aber sonst nichts. Ah, doch... einmal gekocht und den Herd geputzt. Ansonsten? Sitzen. Lesen, ein bisschen. Unruhig sein.
Dass ich noch lesen kann, ist dabei interessant; also, dass ich dazu noch halbwegs Lust hab (zumindest, wenn ichs mal angefangen hab; zum Anfangen selbst muss ich mich zunächst zwingen) und mich auch darauf konzentrieren kann. Ich denke aber, das liegt rein an der Zeit (ich lese, seit ich 4 bin) und der schieren Quantität. Inzwischen gehört es einfach zu mir. Was mir Angst macht: Meine Liebe zu Geschichten verringert sich. Die eine Sache, die ich wirklich noch liebe, die mich mit leben erfüllt - Erzähltes - scheint vor sich hin zu welken, und wenn P. mal weg ist, weiß ich nicht, was mich sonst noch halten soll. Beim Training war ich seit August 2mal. Werd versuchen, morgen hinzugehen. Aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich kann noch nichtmal sagen, dass ich verzweifelt wär - da ist nur Unruhe, und dumpfe Schwere in meinem Kopf.
Die Angst sticht da durch, aber ich würde es trotzdem vorziehen, darauf zu verzichten. Unruhe und Angst sind nie allzu weit weg, und eine ständige, flüsternde Erinnerung mahnt mich, auf meine geistige Gesundheit achtzugeben - der Angst nicht zu sehr nachzugeben, eine Balance zu halten zwischen konstanter Konfrontation und völliger Vermeidung. Beide verschlimmern meinen Zustand erfahrungsgemäß, und irgendwo in der Mitte liegt eine Zone, in der sich meine Ängste langsam zurückziehen - grade hab ich das Gefühl, aus ihr rausgeraten zu sein und sie wiederfinden zu müssen. Ich denke, "Paranormal Activity" war etwas zu sehr auf der Konfrontationsseite... aber die Rückkehr in den Normalzustand ist in Arbeit. Nervös bin ich trotzdem, und wenn man Worst-Case-Szenarien entwirft, was Passanten auf der Straße einem antun könnten, ist das definitiv kein gutes Zeichen.
Trotzdem geht es zumindest auf dieser Front vorwärts, scheint mir. Einerseits dank P. und ihrer Mischung aus Ermutigung, Verständnis und Horrorfilmgucken; andererseits aufgrund meiner Arbeit an meinem Denken. Entgegen meiner früheren Erwartung lag die Hilfe nicht in zunehmender Beschäftigung mit Esoterik (und ein Teil von mir fragt sich, obs das nicht noch wesentlich schlimmer gemacht hätte), sondern der Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Arbeit und Denken. Zugegeben: Noch hab ich einiges an meinem Weltbild zu basteln, aber ich denke, das ist ein gutes Zeichen. Und dass ich meine spärliche Umgebung monatelang mit dem nervte, was sich mir da erschloss, war wohl auch nicht grade toll, aber ich denke, das gehört irgendwo zu Umstellung der eigenen Vorstellungswelt - entdeckt man etwas Neues, Spanenndes, möchte man es anderen mitteilen; und ist es etwas, das das eigene Weltbild auf den Kopf stellt, gerät man da leicht in die Überanwendung und ins Predigen. Ich denke, mittlerweile hab ich das im Griff; gelegentliche Ausrutscher werden seltener.
Letztenendes habe ich diese Umstellung wohl einem Verschwörungstheoretiker in meinem Bekanntenkreis zu verdanken: Während er sich an Alex Jones wandte, um der Welt Sinn zu entlocken, und mit der Zeit die UN als das Böse schlechthin, den anthropogenen Klimawandel als Lüge und die Anschläge des 11. Septembers als False Flag Operation "erkannte", landete ich in der Beschäftigung mit seinen Argumenten bei den Skeptikern, Forschern und dem Versuch des rationalen Denkens. infowars, prisonplanet und naturalnews wurden seine täglichen Anlaufstellen; die James Randi Educational Foundation, lesswrong und rationalwiki die meinen. Ich finds schade, dass er sich so verlaufen hat - denn er wirkt zwar überzeugt, aber beileibe nicht glücklich -, bin aber froh, dass er mir half, den Weg zu finden. Vorher war ich im Prinzip dabei, in den Solipsismus abzudriften, und hatte weder von Kognitionsforschung noch Erkenntnislehre auch nur gehört. Das Gefühl, eine Liste von "gängigen Denkfehlern" zu sehen, und festzustellen, dass jeder einzelne davon nachvollziehbar ist, und man jeden einzelnen quasi ständig macht bzw. ständig darauf basierende Argumentation als korrekt annimmt, ist schwer zu beschreiben. Aber als ich das erste Mal an den Rändern mitbekam, dass es Menschen gibt, die sich damit beschäftigen, wie Menschen Entscheidungen treffen und Logik auf Denk- und Verhaltensmuster anwenden, öffnete sich eine neue Welt für mich - die Möglichkeit, mein eigenes Handeln und Denken strukturiert zu betrachten, zu überprüfen und auf Sinnhaftigkeit abzuklopfen. Das klingt nicht nach viel, natürlich - aber sich selbst aus einer Panikattacke rausholen zu können, sich in einem Streit klarzumachen, dass man gerade ein fieses, unzutreffendes Argument nutzt oder aus emotionalen Gründen auf der falschen Seite steht, oder auch nur das Wissen präsent zu haben, dass sich Wirklichkeit und eigene Wahrnehmung unterscheiden, sind für jemanden, der angstvoll, emotional unerwachsen und gerne zu starr in seinen Ansichten ist, eine ganze Menge wert.
So, nun aber erstmal Schluss mit Bla - ich stelle aber immerhin fest: Jetzt gehts mir besser. Ich glaube, ich gehe zur Tankstelle, gefährde mein Gewicht noch etwas mehr, und mach irgendwas Nettes. Irgendwas find ich schon.
23.11.12 03:19





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