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boulevard of broken dreams

Hör ich zumindest grad. ist  mir sehr nach. Schräg. Bin betrunkener als ich dachte. Der Fruchtkram half, die Bowle verstärkte, der Gin Tonic besiegelte es. Mal so zur Vermutung. Dementsprechend auch die Kälte in meinen Gliedern. Seltsam: Weiter Rücksicht auf Rechtschreibung, trotz vieler Vertipper, zumindest wenn wir von den Regeln der Groß-/Kleinschreibung absehen - Gewohnheit aus Chats und SMS, selbige zu ignorieren.

Experiment vorhin: Lied angemacht, volle Lautstärke (Kopfhörer), ins Bett, Bettdecke übern Kopf, nur noch Musik. Sehr schön. Guter neuer Test zum Thema Lebenswillen: Die Vorstellung, dass mich jemand ersticht, löste währenddessen immer noch Angst aus (und beschwor wieder den üblichen Zustand herauf) - ist das einmal nicht mehr so, wirds wohl Zeit zu gehen. Überhaupt seltsam (und, wenn ich mir mal die Zeit nehme, drauf zu achten, sehr anstrengend), dass ich nicht die Augen schließen kann, ohne nervös zu werden. Gedanken darüber, dass einen jemand im eigenen Bett ersticht, sind für andere Menschen (zu Recht) bizarr - für mich ist es Normalität, unruhig zu werden, sobald ich die Augen schließe. Ist stärker geworden, während meine Spiegelangst endlich wieder schwächer geworden ist - Konfrontationstherapie unter Alkoholeinfluss war hilfreich, abnehmende Besorgnis um die eigene Sicht hilft. Wah. Stoff für 4 Einträge in meinem Kopf, aber wann sitz ich schon besoffen vorm Rechner. Nüchtern kann ich schon lange nicht mehr schreiben - zu sehr in mir, die Sperren zum Thema Vertrauen sind zu sehr wieder intakt. Frage mich, woran das liegt.

Was haben wir also?

- Angst vor Spiegeln

- Vertrauensprobleme

- die Depression

- Anverwandtes und Verknüpftes

Der Reihe nach also, zumindest soweit das geht. Da ich mich dank Rollenspiel und Buchkorrekturen nun mehr mit Erzähltechnik und -struktur befasse (Geschichten - eigentlich das Einzige, das mich konsistent und konstant interessiert), weisen Teile von mir natürlich darauf hin, dass das schlechter Stil ist - Texte zu überfrachten überfordert den Leser, macht es für den Leser schwer, den roten Faden zu erkennen und für den Autor schwer, ihn zu behalten, und schreckt dank Textvolumen potentielle Leser ab. Allerdings: Schreibe ichs nicht jetzt, schreibe ichs nie. Und schließlich schreibe ich den ganzen Mist ja für mich. Warum betone ich das immer wieder? Vermutung: Gegenblock zu meinen starken selbstdarstellerischen Tendenzen, Teil meiner Standardkontrollstrategien, um mein Ego im Zaum zu halten. Ganz davon ab, dass ich natürlich immer schreibe, als sollte dies jemand lesen, das aber nur bedingt vor mir zugeben kann - Bewahrung des Selbstbildes und so. Aber naja. Womit wollte ich anfangen?

Richtig - der Angst vor Spiegeln. Wann kam die? Vor 2 Jahren? ich weiß es nicht mehr. Steht hierzu nicht schon was hier drin... ? ich glaube... *nachguck*

...

Ah, hier. Naja. So im Groben. Viel intellektualistisches (ist das ein Wort?) Geschreibsel, und vielleicht der Anfang des Ganzen. Nüchterner ausgedrückt hatte ich etwa eine Woche lang keine funktionierende Glühbirne in meinem Zimmer und war daher nachts auf Kerzen, Teelichter und den Monitor angewiesen. Nach Ende dieser Woche war ich kurz vorm Abdrehen, dachte gelegentlich, wispernde Stimmen zu hören und hatte starke Angst vor Spiegeln. Warum diese Angst vor der Dunkelheit? Und natürlich: Warum die Angst vor Spiegeln? Jeder Blick in den Spiegel ließ mich fürchten, etwas anderes zu sehen, als der Spiegel zeigen sollte... ein von mir abweichendes Verhalten des Spiegelbilds, Dinge (Wesen?), die im Spiegel, jedoch nicht im Hier vorhanden waren (oder auch umgekehrt).... man kann es sich ausmalen. Lange mied ich den Spiegel im Badezimmer, so gut es irgend ging (nicht leicht, wenn er überm Waschbecken hing), und die Rasur war eine erhebliche Willensanstrengung. In den letzten Monaten ist es nun endlich besser geworden, nachdem ich mich - natürlich alkoholisiert - vor den Spiegel stellte und mir lang in die Augen sah. Neue Hypothese: Mein Hauptproblem mit Spiegeln (vor denen ich vor der oben geschilderten Episode anbei gar keine Angst hatte) ist mein mangelndes Gefühl für den eigenen Körper. Der selbe Effekt, der dafür sorgt, dass ich manchmal meine Hände ansehe und einen Moment brauche, bis ich weiß, dass es meine sind, oder dass meine Beine nun von kleinen blutigen Stellen übersät sind, die man für Ausschlag hält, wenn man nicht zu genau hinsieht (sehr vorteilhaft) - die Verbindung zu meinem Körper ist.... vage, indirekt. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Alkoholkonsum sie schwächt oder stärkt. Sooderso: Auf irgendeiner Ebene scheine ich mir nicht darüber im Klaren zu sein, dass das im Spiegel ich bin - und von anderen unverwandt angestarrt zu werden ist nunmal entnervend. Nicht der einzige Erklärungsfaktor, aber ein guter Teil des Gesamtbilds. Denke ich zumindest - die Möglichkeit, dass das alles Unsinn ist, steht natürlich wie immer mit im Raum und guckt verlegen. Was aber sonst noch? Woher diese große Angst vor dem Mystischen? "Aus meinen Kontrollzwängen resultierend" wäre die einfache Antwort - wenn diese Angst nicht älter wäre als mein Verständnis von Selbstkontrolle. Aber nunja. Etwas, dem ich allein nicht auf die Schliche komme, bei dem mir aber unter Umständen ein fähiger Therapeut helfen kann - die Suche soll demnächst beginnen. Was uns zum Punkt Depression führt - der Goldberg-Test gibt mir 65 Punkte, ich bin nicht mehr lern- und arbeitsfähig und fahre meine sozialen Beziehungen grad mit Vollgas vor die Wand. Gut, so weit, so klar - es musste ja irgendwann wiederkommen, und meine Vogel-Strauß-Politik half da nicht. Was mich eher irritiert: Warum jetzt? Bis zum Einsetzen der depressiven Phase etwa um Weihnachten hatte ich kaum Klagen. Gut, Gemecker an mir selbst und von mir verursachte Probleme - aber wer hat das nicht? Nun steh ich wesentlich beschissener da, primär als Folge meiner Inaktivität; soweit logisch. Aber warum der ursprüngliche Beginn? Ich bin ratlos. Und massiv angenervt. Wenn ichs nicht bald auf die Reihe kriege, die Arbeit zu machen, für die man mich bezahlt, komm ich in erhebliche Schwierigkeiten. Naja - auch hier: Thera. Wenn auch erst im September wegen des Krankenkassenwechsels.

Was bleibt? Vertrauensprobleme. Nicht die Augen schließen können. Niemanden an mich ranlassen. Niemandem davon erzählen, wies mir geht, was ich denke, was ich fühle. Ich könnt nicht einmal erklären, warum - das Gefühl, dass es nichts bringt und die Informationen gegen mich verwendet werden können, mal ausgenommen - aber es geht nicht mehr wirklich. Bin mir nicht sicher, wie ich dazu stehe. Naja, dazu gibt es ja den Blog. Verdammt einsam bin ich trotzdem. Und grad fühl ich mich so kaputt, dass ich nciht weiß, wie ich mich wieder reparieren soll. Zu viele Fronten, an denen alles schief läuft, oder an denen ich nicht weiß, wie ich den Kampf aufnehmen soll. naja, eins nach dem anderen: Erstmal wieder arbeiten können und wieder ins Studium zurückkommen.

Ein letztes Lied von Tom Waits, dann ins Bett. Ich bin so müde, und gleichzeitig möcht ich nie mehr schlafen.

Bis irgendwann, allerseits - vermutlich bis zu meinem nächsten Angetrunken-vorm-Rechner-Sitzing.

25.6.11 04:02
 


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